Endlich geht´s los

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Die Tage der Vorbereitung sind schnell vergangen und beinahe alles konnte erledigt werden, zumindest so gut, dass ich mit gutem Gefühl wegfahre. Tut mir leid, wenn ich mich nicht mehr von allen persönlich und ausführlich verabschieden konnte…aber die Welt ist ja dank Email, Skype und co eh sehr klein.

Viel wichtiger ist: ich komm jetzt endlich weg. Lange genug ist davon geredet worden, und jetzt wird es endlich ernst. Um 1 Uhr früh, das ist schon in 3 Stunden, bringt mich mein Vater liebenswerter Weise mit dem Auto nach München, von dort gehts über London und Miami nach Lima, Ankunft morgen Ortszeit 21.35.

Ich bin sehr relaxt und nur ein ganz bißchen aufgeregt. Am Nachmittag war ich noch an meinem Lieblingsort in der Natur, dem Preißlkreuz ober meinem Elternhaus, siehe Foto. Den Rucksack werd ich noch schnell anstopfen, momentan liegt noch die ganze Kramuri im Jugendzimmer von dazumals ausgebreitet da, siehe auch Foto…nicht so sehenswert, aber zum testen der Seite gut genug.

So schreibe ich schnell den ersten Artikel in unserem Webblog um das ganze mal auszuprobieren. Danke Evze für deine Hilfe mit der Erstellung des Blogs. Mal sehen , wie es dann vom Internetcafe aus funktionieren tut…

Ahja, zur Information:

Der Blog ist an sich für die große Reise angelegt, die ich gemeinsam mit Markus alias Nane am 30. November ab Wien antreten werde. Die führt uns dann zuerst nach Äthiopien, von dort nach Norden und weiter in den Osten. Für mich hat sich jedoch noch ein Vorprojekt ergeben. Einer Einladung nach Guatemala folgend habe ich mit meinem Freund Gunti aus Lienz den Plan gefasst, Guatemala mit Peru zu verbinden. Demnach fliege ich morgen ebendahin. Gunti kommt am 10. Oktober nach, dann werden wir gemeinsam zum Titicacasee, Cuzco und Machu Picchu fahren. Dannach geht es am 30. Oktober für drei Wochen nach Guatemala, für mich und Gunti jeweils schon zum vierten Mal, zum zweiten Mal miteinander. Am 19. November fliegen wir nach Österreich zurück, dann bin ich ein paar Tage in Kärnten zum Umpacken und dann noch ein paar Tage in Wien zum Abschied feiern.

Planmäßig sollten wir am Freitag, dem 28.11., in Wien eine Abschiedsfeier machen. Bitte alle Wiener und wer noch kommen will, Termin einplanen!

Also dann, ich freu mich, wenn das mit dem Blog so funktioniert, wie ich mir das jetzt vorstelle. D.h.: ich und später dann auch Markus stellen Berichte und Fotos hinein, und irgendjemanden interessiert das dann auch…wir werden sehen!

Also dann bis bald, Euer Jörg

Die große Reise

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In den letzten Jahren waren Immer mehr Reisepläne und Wunschziele in mein Bewusstsein gekommen – hoffnungslos viele angesichts der wenigen Urlaubswochen, die man als Angestellter hat. So entstand die Idee einer längeren Arbeitspause zur Realisierung der akkumulierten Reiseabsichten. Es wurde begonnen zu sparen, zu recherchieren und ganz vage zu planen. Letztendlich ergab sich in diesem Jahr aus den Lebensumständen ein stimmiger Zeitpunkt für die Konkretisierung und Umsetzung der Pläne.

 

Das Vorhaben einer mehrmonatigen Reise muss wohl vorbereitet sein und verändert das Leben in allen Bereichen, schon bevor die Reise losgeht. So musste ich mich in den letzten Monaten aus meinem gewohnten Leben zurückziehen und die Weichen für die Reise stellen…Job kündigen, Wohnung auflassen, Sachen verstauen, Ausrüstung kaufen, Bürokratie erledigen und sich auch aus dem geliebten menschlichen Umfeld nach und nach zurückziehen und bis auf weiteres verabschieden.

 

Der Tausch von Freiheit gegen Sicherheit, Komfort und Geld kommt mit vielen Teilschritten, die oft nicht nur leicht fallen. So braucht man schon vor Antritt einer solchen Reise viel mehr Mut und Entschlossenheit als für einen normalen mehrwöchigen Rucksacktrip. Zwei Dinge, die mir Gott sei Dank gegeben sind. Zweifel gab es so gut wie gar nicht – ehrlich!

 

Die Reise beinhaltet für mich einige wichtige Aspekte meines Lebens, denn es ist viel mehr als nur exotische Reiseziele, was da lockt:

 

Für mich geht es um die Erfahrung und das Lebensgefühl der Freiheit. Eine Emanzipation von den vielen Zwängen, die sooft als selbstverständlicher Bestandteil des Lebens gesehen werden. Das Gefühl der Freiheit möchte ich soweit in mich aufnehmen und in meinem Herzen abspeichern, dass ich es für den Rest meines Lebens abrufen kann, und es mich trägt, auch wenn im Außen mal nicht so ein hohes Maß an Freiheit gegeben sein wird wie auf dieser Reise.

 

Außerdem geht es um Beweglichkeit. Auf der Reise wird sich diese natürlich durch viele physische Ortswechsel und Aktivität ausdrücken. Doch es ist eine umfassendere Beweglichkeit, die immer mehr geschult werden will und muss. Die Beweglichkeit des Geistes. Die Fähigkeit sich auf wechselnde Gegebenheiten und Energiefelder einzustellen, diese zu spüren und so gut wie nur möglich, und solange es sein darf, voll zu genießen um sich dann wieder in Leichtigkeit weiterzubewegen und in neue Situationen zu begeben. Diese Beweglichkeit möchte ich auf der bevorstehenden Reise weiterentwickeln, um auf meiner weiteren Lebenswanderschaft und darüber hinaus aus ihr heraus freier agieren zu können.

 

Ein weiterer Aspekt ist die Freundschaft zu meinem geliebten Kumpel und langjährigen Weggefährten Markus a.k.a. Nane. Als ich Markus irgendwann gefragt habe, ob er es sich vorstellen könne, mit mir gemeinsam eine längere Reise zu machen, kam ein klares Ja von ihm. Letztendlich haben wir die Reise gemeinsam vorbereitet und es wird eine Freude sein, viele Eindrücke gemeinsam zu erleben und zu reflektieren. Die Reise wird uns bestimmt auch in der Freundschaft durch Höhen und Tiefen führen, in eine Intensität, wie man sie daheim sicher nicht erfährt. Auch in diesen Aspekt des Abenteuers gehe ich voller Vertrauen. Es sei an dieser Stelle gesagt, dass ich mir keinen besseren Gefährten für so ein Unternehmen wünschen oder vorstellen könnte!

 

Die Reise ist für mich auch ganz bewusst eine Visionssuche. Durch das Zulassen von viel Ruhe und Besinnung sowie die Distanz vom gewohnten Lebensumfeld und der Geschäftigkeit sollen sich die inneren Räume für neue Ideen, Ziele und Perspektiven für mein weiters Leben öffnen. Wir besuchen gezielt Gegenden voller Kultur und großer Vergangenheit und wollen uns von der Magie und Weisheit der Orte und Völker berühren lassen, damit sich die eigene Sicht etwas weiten möge.

 

Ich gehe mit viel Freude in die kommende Zeit. Was danach kommen soll, steht für mich vollkommen offen. Das ist auch eine Voraussetzung für die Erfahrungen, die es zu machen gilt.

 

Ich werde mich bemühen, öfter mal was Neues in den Blog zu stellen, und freue mich, wenn es jemanden gibt, der unsere Reise interessiert mitverfolgt. Die Reise wird irgendwann enden, dann sehen wir uns wieder.

 

In der Zwischenzeit lasse ich es mir gut gehen…und ihr euch bitte auch, denn das sollte auch daheim ganz gut möglich sein.

 

Alles Liebe, Jörg 18.09.2009

 

Übersetzt: “Das Leben ist kurz, genieße es!”