Archiv für den Autor: Joerg

SHOP-NEWS: Neue Lieferung mit Maori-Taongas aus Neuseeland

Nachdem die meisten Taongas aus Neuseeland sehr schnell vergriffen waren und viele Menschen zu glücklichen Besitzern von Maori-Schmuck geworden sind, ist das “Taonga-Regal” in meinem Shop jetzt endlich wieder gut gefüllt. Die meisten der zuvor angebotenen Taongas sind jetzt wieder erhältlich und dazu gibt es noch einige neue Schätze, mit denen ich mich auch an immer wiederkehrenden Nachfragen orientiert habe.

Neu sind u.a. diese Korus aus der prächtig schillernden Paua-Muschel, nach denen ich immer wieder gefragt wurde.

IMG_2673Viel nachgefragt wurden auch die kleineren Taongas, die man “alle Tage” tragen kann und die auch als kleineres Geschenk sehr schön sind. Diese habe ich jetzt in höherer Stückzahl lagernd.

Es zahlt sich also aus, einen Blick in den Shop zu werfen…es gibt noch viel mehr dort zu sehen als nur die Taongas und Weihnachten kommt ja bekanntlich auch schon bald.

Die eleganten Mayadecken sind jetzt endlich auf dem Shop!

Alle, die es nicht ganz so bunt haben wollen, können jetzt ihre Wohnung dennoch durch eine handgewebte Kostbarkeit aus Guatemala aufwerten.

Die einfärbigen Mayadecken sind sehr elegant und stilvoll und gleichzeitig auch sehr robust. Ich nenne sie die “Wintergarten”-Decken, weil sie bei uns zuhause schon seit Jahren Farbe in unseren Wintergarten bringen. Sie sind dort der Sonne ausgesetzt, wurden auch schon mehrfach gewaschen und dennoch sind sie immer noch so strahlend wie damals vor zehn Jahren, als ich sie gekauft habe.

Diese Decken haben uns schon über viele Jahre große Freude bereitet und ich hoffe, dass sie bald schon in mehr Wohnungen zu finden sein werden. Sie sind in 23 (!) Farben erhältlich – von dezentem Schwarz, Braun, Beige, Weiß, über alle möglichen Grün-, Violett- und Blautöne bis hin zu knalligem Rot, Gelb oder Orange. Da ist für jeden Geschmack und jeden Einrichtungsstil das Richtige dabei.

Mit dem folgenden Link kommst Du direkt zu den Decken. Und hier sind noch ein paar Eindrücke:

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ambestenweg.net ist jetzt auch auf Facebook

Nach jahrelangem Zögern habe ich mich nun doch durchgerungen, mit meinem Blog auf facebook zu gehen. Ihr findet mich dort unter “Jörg Steinwender – ambestenweg.net”. Wer meine Seite “like”-t, bekommt so direkt über facebook die neuesten Bewegungen auf meinem Blog mit, wie zum Beispiel:

– neue Artikel über meine Reisen, Aktivitäten, Projekte etc.
– neue Produkte auf meinem Shop
– u.v.m.

Des weiteren werde ich Facebook nutzen, um zwischendurch mal kleine Neuigkeiten zu posten, die auf dem Blog keinen Platz haben. Ich werde schon draufkommen, wie das alles funktioniert, und ich danke Euch schon einmal für Euren Klick auf “Gefällt mir” und die damit verbundene Verbreitung meiner Geschichten!!!

„Eine ganz besondere Reise in Aotearoa“ oder „Wie aus Freunden eine Familie wird“

Ein Flug nach Neuseeland ist so ziemlich der längste Weg, den man von Europa aus in eine Richtung zurücklegen kann.

Man fliegt dabei zweimal durch die Nacht durch. Man lässt Europa, Asien und Australien hinter sich. Am ersten Zwischenstopp bei den „Habibis“ in den Emiraten darf man sich als Kettenraucher über einen raucherfreundlichen Flughäfen freuen und als Nichtraucher kann man sich zumindest ein paar Stunden lang beim „Ölscheich-schauen“ die Zeit vertreiben, während deren afrikanische und asiatische Sklaven einem den Boden vor den Füßen blankpolieren. Am zweiten Zwischenstopp in Australien reicht der Sauerstoffgehalt im Hirn im Idealfall noch dazu aus um ein wenig vor sich hin zu spekulieren, ob denn dort hinter dem Ende der Landepiste wohl ein paar Kängurus herumhoppeln würden. Von Australien aus ist dann noch der letzte mehrstündige Teilflug über die so genannte Tasman-See zu überstehen. Endlich am Flughafen Auckland angekommen muss man dann nur noch die Immigration, den Zoll und die Quarantäne durchmachen. Hat man auch das geschafft, schleppt man sich und sein Gepäck schließlich mit zittrigen Knien durch ein letztes großes Loch in der Wand…

Ist man vor 30 Stunden in Europa noch frisch und munter und voll guter Gefühle in ein schickes, frisch aufgeräumtes Flugzeug gestiegen, so fühlt man sich jetzt, als ob man gerade aus dem Verdauungskanal eines riesigen Monsters ausgeschieden wurde. Die brennenden und roten Augen nehmen gerade noch eine erwartungsvoll wartende Menschenmenge hinter einer Absperrung war und dann realisiert man mit der letzten verbleibenden Energie: „Ich hab´s geschafft, das muss Neuseeland sein.“

So war es mir selbst noch vor ein paar Wochen gegangen und so ähnlich muss es auch für unsere Freunde gewesen sein, als Wyn und ich sie am Flughafen in Auckland abgeholt haben. Die Freude war riesig und wir alle waren sehr gerührt. Allen voran Wyn, als sie mit Demut erfüllt realisierte: „Sind die wirklich wegen mir, meiner Familie und meiner Kultur um die halbe Welt geflogen…?“. Eines wussten wir dabei aber schon genau und wir wollten auch persönlich und mit allem Einsatz dafür Sorge tragen: dass jede/r Einzelne von unseren angereisten Freunden in Aotearoa reich beschenkt werden sollte.

Ich war sehr glücklich, zuerst meine Mutter und dann unsere Freunde in die Arme zu nehmen. Alle waren da, und bis auf eine Ausnahme alle mit Gepäck. „Jetzt aber schnell ins Quartier!“, hieß es dann, damit sich die Angekommenen ein wenig erholen, erfrischen und bei unserem ersten gemeinsamen Abendessen aufpäppeln konnten. Für diese Nacht hatte noch jeder seine eigenen vier Wände – in den kommenden Wochen sollte das ja dann grundlegend anders sein…

Dem Jetlag gaben wir gar nicht erst Raum und Zeit, das ist erfahrungsgemäß das Beste. So ließen wir schon am nächsten Morgen die Großstadt Auckland hinter uns und machten uns auf die ca. vierstündige Fahrt nach Matatá. Dort wollten wir die erste gemeinsame Woche auf Wyns Marae Umutahi verbringen um uns miteinander, mit der Familie, mit dem Leben auf dem Marae und einigem mehr vertraut zu machen.

Alle waren gut drauf, angetan vom sommerlichen Wetter und vor allem beeindruckt von der Weite und dem Überfluss an Landschaft. Ich erinnere mich zudem sehr gut an das große „Aaaah“ und die ebenso großen Augen von allen, als plötzlich knapp vor unserem Ziel zum ersten Mal der mächtige und blau strahlende, pazifische Ozean zu unserer Linken sichtbar wurde. „An diesen Anblick dürft Ihr Euch ruhig gewöhnen.“, sagte ich, denn die nächsten Wochen sollten wir fast die ganze Zeit in der Nähe des Meeres verbringen.

Wir machten noch einen kurzen Stopp am Strand um ein kleines Briefing für das erste Powhiri (Willkommenszeremonie) auf einem Marae auszugeben, das unseren Freunden nun unmittelbar bevorstand und ihr direkter Einstieg in eine völlig neue Welt sein sollte. Als wir uns dann wirklich dem Marae näherten, erreichte die Konzentration und auch die Anspannung bei allen einen ersten Höhepunkt…

Wir fuhren vor das Marae und stiegen aus dem Auto aus. Zuerst einmal alles im Auto lassen und vor dem Tor zusammenkommen – die Frauen vorne die Männer hinten. Drüben hinter dem Badehaus sah man noch jemanden schnell Richtung Wharenui flitzen und dann war es plötzlich soweit:

Unsere Gäste hören zum ersten Mal in ihrem Leben das Karanga, den Willkommensruf auf das Marae – traditionsgemäß von einer der Ältesten des Stammes gesungen, in unserem Fall von einer Tante Wyns. Langsam setzen wir uns als Gruppe in Bewegung und gehen auf das heilige Ahnenhaus zu – ein höchst bewegender und berührender Akt für alle von uns.

(Wer gerne einmal ein Karanga hören möchte, kann kurz auf  folgenden Link klicken und dann weiterlesen)

Ich erinnere mich noch ganz genau an mein erstes Powhiri, als ich damals mit Tränen in den Augen und mit Gänsehaut auf das Wharenui zugegangen bin. Ich bin mir sicher, genauso war es für unsere Gäste am Umutahi Marae und es bleibt bestimmt auch für sie eine ewig währende Erinnerung. Für uns als Gastgeber war es mindestens genauso speziell und berührend – immerhin hatten wir uns als Familie lange auf diesen Moment vorbereitet. Eine Mischung aus Freude, Demut, Stolz und spannungsvoller Erwartung – allen Beteiligten stand etwas vollkommen Neues bevor.

Als wir dann einer nach dem anderen in den „Mutterleib“ des Wharenuis eingetreten waren, stand man sich plötzlich gegenüber. Auf der einen Seite die Maoris – Kinder, Erwachsene, Alte – stoisch die neuen Gäste musternd. Auf der anderen Seite unsere Gäste mit uns – in innerer Aufregung, demütige und vorsichtige Blicke auf das innere des Wharenuis, die Ahnengalerie und die Gastgeber werfend. Mit beiderseitigen Gebeten, Ansprachen und Gesängen bewegte man sich sodann durch das Protokoll und Schritt für Schritt energetisch aufeinander zu. Ich erinnere mich noch sehr gut an das höchst gekonnte und zugleich launige Whaikorero (formale Rede durch einen Ältesten, in der u.a. alle Register der traditionellen Rhetorik, der Gestik, des Humors und der bildhaften Sprache gezogen werden), mit dem Wyns Onkel „Uncle“ Nanu den Besuch unserer Freunde gewürdigt und herzlich willkommen geheißen hat. Mit dem allseitigen Hongi beschlossen wir die Zeremonie im Wharenui und besiegelten so den Familienzusammenschluss.

Die Willkommenszeremonie war der Auftakt für eine ganz spezielle und schöne Zeit, die uns allen zusammen bevorstand. Vielleicht hat der eine oder andere am Anfang noch Zweifel gehabt, dass diese Gruppe von Menschen, die sich gerade erst kennen gelernt haben, jetzt plötzlich eine Familie sein soll. Aber die Maoris wissen schon ganz genau, wie das geht und so hat es Wyns Familie auch allen Beteiligten leicht gemacht, ganz anzukommen und mit der Whanau zusammen eins zu werden. Der energetische Teil geschah zuerst im Wharenui. Und dann ging man – wie es sich gehört – zum geselligen Teil über, dem Festessen im Wharekai. Bei unserem ersten gemeinsamen Mahl legte Wyns Familie die kulinarische Latte für die nächsten drei Wochen schon einmal recht hoch.

Nach dem Essen richteten wir uns zum ersten Mal als Gruppe auf die Nacht im Wharenui ein. Matratzen und Pölster beziehen…Wer schläft wo und neben wem?…Wo kommen unsere Koffer hin?… All das sollte in den kommenden drei Wochen eine schöne Routine bekommen, je mehr wir als Gruppe zu einem gemeinsam funktionierenden Organismus wurden und gleichzeitig das Leben auf dem Marae immer mehr verstehen und handzuhaben lernten.

Vor dem Schlafengehen noch ein gemütliches Beisammensein, allgemeines Kennenlernen und eine Abendandacht mit Gebeten und Gesang. Und dann wurde es finster und die Stimmen immer leiser. Noch ein stilles Gebet der Dankbarkeit und bald schon teilten wir zum ersten Mal als Gruppe unsere Träume, als wir im Schoße der Ahnen friedlich eingeschlafen waren. Es war ein unvergesslicher Tag für uns alle und ein höchst gelungener Auftakt für unser Projekt!

Die Tage auf Umutahi waren füllig, kurzweilig, abwechslungsreich, intensiv, lehrreich, lustig, emotional, gesellig, harmonisch, familiär und vor allem in jeglicher Hinsicht heilsam für uns alle zusammen – für „Tangata Whenua“ (Gastgeber) und Gäste gleichermaßen, da gab es keine Trennung mehr, nur eine Familie.

Der gemeinsame Alltag auf dem Marae und das Schlafen unter einem Dach zeigte seine verbindende und harmonisierende Wirkung. In der gemeinsamen Heilarbeit gingen wir auf eine Ebene, die uns als Seelen alle verbindet. Dort wurde nicht nur geheilt, sondern auch das gegenseitige Vertrauen genährt und vertieft. Dort wurden energetische Brücken von Herz zu Herz, von Mensch zu Mensch und von Volk zu Volk gebaut. In den gemeinsamen Zeremonien baute sich unser Einklang mehr und mehr auf und wir konnten auch immer mehr verschiedene Energien miteinander verweben. Auf unseren Ausflügen durften wir gemeinsam die Schönheit der Schöpfung bestaunen, genießen und unser Menschsein als Teil des großen Ganzen wahrnehmen. Auf den heiligen Plätzen spürten und ehrten wir die Präsenz der Ahnen und der Naturkräfte. In unseren reichhaltigen Zusammenkünften mit Heilern und anderen schönen Menschen fühlten wir uns gemeinsam beschenkt und auch sehr geehrt. In vielen Gesprächen kamen wir uns untereinander näher und durften uns selbst in unserem Gegenüber wieder erkennen. Wir lachten miteinander und wir weinten miteinander. Wir betrauerten miteinander als Familie den Tod eines Freundes zuhause. Und wir freuten uns gemeinsam über all die Geschenke und die große Fülle, die in jeglicher Hinsicht da war. Die Präsenz der vielen Kinder wirkte bei all dem auflockernd, belebend und verbindend auf uns alle. Sie waren ein gewichtiger Teil des Ganzen und ohne sie wäre es nicht dasselbe gewesen.

So öffneten wir unsere Herzen immer mehr füreinander, für das Schöne und den gemeinsamen Heilungsprozess. Das Gute dabei war, dass dieser Prozess eigentlich gar kein großer „Prozess“ war und so sollte es über die gesamte Dauer unserer gemeinsamen Zeit bleiben.

Das Leben am Marae war nicht nur eine spezielle Erfahrung, sondern es wirkte auf uns alle beruhigend, ausgleichend und vor allem heilend. Umutahi und der ganze Clan haben uns und unseren Gästen eine lebensverändernde und bewusstseinserweiternde Erfahrung geschenkt und auch für die Familie von Wyn war es eine sehr schöne und tiefgreifende Erfahrung. Klar wussten Wyn und ich, dass es etwas Besonderes werden würde, aber die Realität hat die Erwartung mal wieder übertroffen.

Mit diesem Bewusstsein und ganz viel Dankbarkeit verabschiedeten wir uns von Matatá und nahmen diese Energie auf unsere Rundreise durch weitere Teile der Nordinsel mit. Mitgenommen haben wir auch Uncle Nanu und Wyns Tochter Bissy. Das war sehr gut, denn die beiden erfrischten und bereicherten das Geschehen auf ihre jeweilige Art. Unterwegs sollten wir zudem auch immer wieder durch Besuch und Gesellschaft von anderen besonderen Menschen beschenkt werden.

Ziel sowie geplanter und zeremonieller Höhepunkt unserer Reise war Cape Reigna, der nördlichste Punkt von Neuseeland und einer der heiligsten Plätze für alle Maori. In der indigenen Sprache wird Cape Reigna „Te Rerenga Wairua“ genannt, übersetzt ist das der „Absprungplatz der Geister“. Von dort aus treten gemäß dem traditionellen Maori-Glauben die Seelen der Verstorbenen ihre Reise nach dem Tod an – zuerst durch die Unterwelten und schließlich zurück zu ihrer mystischen Urheimat Hawaiki. Dort, weit oben im einsamen menschenleeren Norden der Insel, konzentrierten wir uns und alle Kräfte noch einmal auf eine gemeinsame Heilungs- und Friedenszeremonie für die Verstorbenen der Maori und aller anderen Völker dieser Welt. Die Natur zeigte sich einmal mehr in ihrer ganzen Kraft und Schönheit und so wurden wir wieder einmal erinnert, dass wir als Menschen nur kleine Zellen eines großen Organismus sind. Dankbar und erfüllt traten wir von dort wieder den Rückweg Richtung Süden an. Der Tag auf Cape Reigna wird jedem von uns in ewiger Erinnerung bleiben.

Weitere Höhepunkte der Reise waren die Urwälder, die traumhaften Strände auf beiden Seiten der Insel, die Begegnung mit den Delfinen, Te Miringa Te Kakara, Waitangi, Hokianga, die Gegend um Rotorua, u.v.m.

Auf unserer Reise lernten wir nicht nur die atemberaubende Vielfalt von Natur und Landschaften kennen, sondern wir bewegten uns zusammen durch die unterschiedlichsten Energien von einigen Maraes, verschiedenen Stämmen und mächtigen Kraftplätzen. Das Reisen als Familie, die Abstimmung auf einen gemeinsamen Essens- und Schlafrhythmus, das Betreten und Beziehen von Maraes und auch das gemeinsame rituelle Geschehen wurde dabei immer mehr zu einem natürlichen und harmonischen Ablauf. Wir durften unsere Gruppe in jeglicher Hinsicht als eine gut funktionierende Einheit wahrnehmen. So sollte es – wie oben bereits erwähnt – bis zum Schluss bleiben.

Und das wird – so glaube ich – auch für alle Beteiligten die größtmögliche Erfahrung bleiben, die uns diese Reise nur schenken hat können.

Wir haben es doch tatsächlich geschafft, den in unserer westlichen Welt so hochzelebrierten Individualismus und den Egoismus für eine geraume Zeit ein wenig zurückzustecken. Wir haben als Gruppe von erwachsenen Menschen drei Wochen lang immer in einem gemeinsamen Raum geschlafen und auch sonst alles geteilt bzw. zusammen gemacht. Das Programm, das wir gemeinsam absolvierten, war recht dicht, intensiv und manchmal vielleicht sogar anstrengend – spirituell, emotional und physisch. Die Gruppendynamik war dabei stets und ausschließlich positiv, es gab keinen nennenswerten Lagerkoller etc., keinen zwischenmenschlichen Stress und keine einzige Streiterei. Wenn immer jemand von uns einmal durch eine persönlich schwierigere Phase ging, wurde er oder sie von der Familie verständnisvoll aufgefangen und getragen. Es gab einen positiven Sog, der uns alle durch diese Erfahrung durchgetragen hat. Das alte Wissen um das Wesen einer funktionierenden Gemeinschaft, das die Maori zusammen mit ihren Ahnen als Schatz hüten und mit uns unaufdringlich, diskret und bedingungslos teilten, machte es möglich. Und ich gehe davon aus, dass diese Urerinnerung vom Stammesleben in der DNA aller Menschen drinsteckt bzw. angelegt ist und nur aktiviert werden möchte.

Auch wenn diese unsere Erfahrung für andere nichts Revolutionäres oder Hochspirituelles sein mag, so war es etwas Großartiges für uns und wir können alle sehr stolz darauf sein. Jeder einzelne von uns hat seinen maximalen Mut, das Vertrauen, den Willen, die Kraft, die Disziplin, den Glauben, die Hingabe, die Wertschätzung und die Liebe für das Wahrwerden dieser Erfahrung aufgebracht. Wir alle haben unsere Herzen, unseren Geist und unsere Arme geöffnet und diese Erfahrung zu- bzw. reingelassen. Und das Ganze ohne Zwang oder Druck. Ganz im Gegenteil, es war ein wahrer Genuss und etwas „Außer-Gewöhnliches“ für uns alle.

Was immer bei den schönen Abschlussansprachen am Vorabend der Abreise unserer Familie in Auckland zum Ausdruck gebracht wurde wurde, kann nicht beschreiben, was diese Reise für jeden einzelnen von uns wirklich bedeutet hat.

Drei Wochen zuvor waren wir als Freunde zusammen gekommen, jetzt gingen wir als Familie auseinander. Der Abschied am Flughafen war tränenreich, aber es waren Tränen der Freude und Dankbarkeit. Auch wenn wir wussten, dass die Rückkehr in die „Realität“ zuhause nach diesen drei Wochen für den/die einen oder anderen etwas schwierig werden könnte, so wussten wir auch das hier:

Wir haben zusammen für jeden von uns eine neue, alternative Realität erschaffen. Was wir erlebt haben, ist real und das kann uns niemand mehr wegnehmen. Wir wissen jetzt, dass die Utopie möglich ist, dass man trotz aller Verschiedenheit friedlich miteinander auskommen, jedem bedingungslos seine Wertschätzung geben und zusammen das Leben genießen kann. Und vor allem, dass wir nicht alleine sind. Denn eine Familie wie diese löst sich nicht nach drei Wochen wieder auf; sie bleibt energetisch bestehen und nährt uns weiter mit Freude, Hoffnung und guter Energie. Und die Erfahrung, die wir gemeinsam gemacht haben, lebt in unserem Herzen weiter und soll auch andere bereichern.

Ich kann sagen, dass unser interkultureller Familienzusammenschluss auch jegliche Erwartung übertroffen hat, die Wyn und ich gehabt hatten. Es war ja gewissermaßen schon ein Experiment und jetzt darf man das ja wohl sagen, wo alles so gut gegangen ist, wie wir uns das ausgedacht haben. Denn auch die Maori selbst machen so etwas nicht alle Tage, was wir gemacht haben, und auch für sie war es etwas ganz Besonderes und Außergewöhnliches.

Unser Plan ist also aufgegangen. Bleibt zu hoffen, dass uns so ein Unternehmen wieder einmal möglich werden darf. Und auch außerhalb Neuseelands sollte so etwas grundsätzlich machbar sein, würde ich meinen. Ich bin auf alle Fälle sofort wieder dafür zu haben.

Zum Schluss möchte ich allen Beteiligten danken, die diese Reise möglich gemacht und daran geglaubt haben. Allen voran Wyn und ihrer Familie (der biologischen und der erweiterten) für ihre authentische und bedingungslos gebende Haltung, für ihre Offenherzigkeit, Toleranz, Reife und für die gute Absicht, mit der sie uns die Tore zu ihrer Welt geöffnet haben. Danke allen Menschen und Orten, die uns in Neuseeland großzügig beschenkt haben. Danke allen unseren Besuchern von zuhause für ihren – wie schon erwähnt – großen Input in diese Erfahrung. Danke meiner eigenen Familie, die mich immer unterstützt und durch meine Mutter auch in Neuseeland vertreten war und das Ganze energetisch mitgetragen hat. Und danke allen anderen, die in der einen oder anderen Form zur Wegöffnung unseres Projektes beigetragen haben. Danke den Naturkräften, den Ahnen und allen Spirits von Aotearoa, die uns eingelassen, beschützt, begleitet und geführt haben. Und danke dem großen Geist, dass er uns alle zusammengerufen und uns das Privileg geschenkt hat, Teil dieser schönen Erfahrung zu sein. All das Schöne, das uns geschenkt wurde, soll sich multiplizieren, weiterfließen und zurückfließen. Tena Koe, Danke, Thank you!

So. Ich hoffe zu guter Letzt, dass die, die sich bis hierher durchgelesen haben, jetzt nicht so alt aussehen wie nach einem überstandenen Neuseelandflug. Wenn das der Fall sein sollte, dann macht bitte eine Pause, erholt Euch und wartet ein bisschen mit dem Anschauen der Fotos. Viel Vergnügen dabei! :-)  …Danke an dieser Stelle auch den eifrigen Fotograf/innen!

Hier ging es los und hier warteten wir auf unsere Freunde: Auckland - City of Sails

Hier ging es los und hier warteten wir auf unsere Freunde: Auckland – City of Sails

Ankunft am Flughafen

Ein Teil unserer Freunde/innen nach der Ankunft am Flughafen

Und am nächsten Morgen ging es aufs Land hinaus, in die Weite und in die Welt der Maori

Und am nächsten Morgen ging es auch schon aufs Land hinaus, in die Weite und in die Welt der Maori

und zum Meer

und ans Meer

Und dann bogen wir schon hier ein, Umutahi Marae

Und dann bogen wir schon hier ein, am Umutahi Marae

Das Tor war offen.

Das Tor war offen, das Powhiri konnte beginnen.

Vom Powhiri gibt es klarerweise kein Foto, aber ungefähr so sah es gleich danach aus. Essen im Wharekai.

Vom Powhiri gibt es klarerweise kein Foto, aber ungefähr so sah es gleich danach aus. Essen im Wharekai – natürlich mit allen bereits ausführlich beschriebenen  Köstlichkeiten.

ale zusammen vor dem Wharenui

alle zusammen vor dem Wharenui

Zusammenkunft im Wharenui

Zusammenkunft im Wharenui

vor dem Schlafengehen bzw. nach dem Aufstehen sieht es dort ca. so aus

vor dem Schlafengehen bzw. nach dem Aufstehen sieht es dort ca. so aus, diese Bild entstand jedoch in einem anderen Marae

immer mit dabei: unsere Rakaus

immer mit dabei: unsere Rakaus

Vor der Suche nach denselben im Wald

Vor der Suche nach denselben im Wald

die Einschulung am Gerät gab es mit viel Spaß und Kompetenz von Uncle Nanu

die Einschulung am Gerät gab es mit viel Spaß und Kompetenz von Uncle Nanu

...dazu noch ein paar andere Übungen zu unserer Ertüchtigung

…dazu noch ein paar andere Übungen zu unserer Ertüchtigung

mit Uncle Tepo

mit Uncle Tepo. Meine Mum hat das geschenk in Händen, das sie von Mum Raewyn bekam…

das über Neujahr entstandene Gemälde von Kaputerangi

das über Neujahr entstandene Gemälde von Kaputerangi

...und wie es dann zur gemeinsamen Realität für uns wurde

…und wie es dann zur gemeinsamen Realität für uns wurde

Das war auch ein ganz klarer Pflichtbesuch für uns!

Das war natürlich ein ganz klarer Pflichtbesuch!

<3

<3

Und noch einmal, weil´s so schön war!

Und noch einmal, weil´s so schön war!

Manuka Tutahi

Manuka Tutahi, das weit gereiste, ehrwürdige Wharenui

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im selbigen

Braemar Springs

Braemar Springs

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Sonnenaufgangsritual am Strand von Matatá

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...

Besuch von Heiler-Freunden am Marae

Besuch von Heiler-Freunden am Marae

Einschulung durch Wiremu

Einschulung durch Wiremu

Nalini stellt ihre Arbeit vor

Nalini stellt ihre Arbeit vor

"Hands on" mit Wyn

“Hands on” mit Wyn

David stellt seine Arbeit vor - vor allem Mirimiri

David stellt seine Arbeit vor – vor allem Mirimiri

Naturmedizin

Naturmedizin ala Maori

geheilt wurde aber auch so

geheilt wurde aber auch so

und so

und so

gemeinsame Arbeit im Wharekai

Spaß bei der gemeinsamen Arbeit im Wharekai

Essenszubereitung mit Einschulung des Nachwuchses

Essenszubereitung mit Einschulung des Nachwuchses

a true friend - Sherryl

immer mit dabei: Cheryl, a true friend and much more

und die Kids

und die Kids :-)

Abschied von Matatá

Abschied von Matatá

Waka Austria

Waka Austria

Mit dabei: Miss Biss

Mit dabei: Miss Biss

...und ein schwer entschlossener Onkel Nanu

…und ein schwer entschlossener Onkel Nanu

am Lake Waikaremoana

am Lake Waikaremoana

ebendort

ebendort

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Feuerritual

in Rotorua...umgeben von heißen Quellen

in Rotorua…umgeben von heißen Quellen

...

in den Unterwelten

die Schönheit im Erdinneren

Coromandel

Coromandel

Coromandel

Coromandel

Te Miringa

Te Miringa

Whangarei

Whangarei

Picknick unterwegs

Picknick unterwegs

hoch im Norden gings mit Wiremu, Robs Onkel, in den Kauri Wald - Waipoua Forest

hoch im Norden gings mit Wiremu, Robs Onkel, in den Kauri Wald – Waipoua Forest

zu Tane Mahuta, dem "Herrn des Waldes" - größter Baum Neuseelands

zu Tane Mahuta, dem “Herrn des Waldes” – größter Baum Neuseelands

up north

Tonuhopu Marae, Rotorua

inside

inside

Roma Marae im norden

Auntie Pare´s  Marae im Norden

Zeline´s Marae direkt am Strand

Zeline´s Marae direkt am Strand

mit einer katholischen Kirche

mit einer eigenen katholischen Kirche

Wharekai als großer Schlafsaal

Das große Wharekai als Ausweichsquartier

Besuch von Jeff und gemeinsame Meditationen (siehe Link recht bei den Links)

Besuch von unserem Freund Jeff und gemeinsame Meditationen (siehe Link recht bei den Links) – ein besonderes Geschenk

Auntie Pote´s Marae, bescheiden und fein

Auntie Pote´s Marae, bescheiden und fein

Weltklasse Aussicht

Weltklasse Aussicht

auf den Sanddünen im hohen Norden

auf den riesigen Sanddünen im hohen Norden

Fun!

Fun!

Himmlischer Genuss!

Himmlischer Genuss!

90 Mile Beach

90 Mile Beach

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Cape Reigna, wo zwei Ozeane aufeinandertreffen und die Seelen auf ihre letzte Wanderschaft aufbrechen

so sieht es dort linkerhand aus

so sieht es dort linkerhand aus

und noch ein schönes Foto, wo man sieht, wie die zwei Meere sich verbinden

und noch ein schönes Foto, wo man auf der linken Seite sieht, wie die zwei Meere sich verbinden

...

…leading the way…

it´s all about love

it´s all about love

Schwimmen in der Bay of Islands

Schwimmen in der Bay of Islands

auf Tuchfühlung mit den Delfinen

auf Tuchfühlung mit wilden Delfinen

...

...

Powhiri in Waitangi

Powhiri in Waitangi, eine spezielle Erfahrung für meinen alten Freund Gunti

Maori Performance

Maori Performance – für uns war das viel mehr als einfach nur Folklore

Posen

=)

Arbeitspause...

ein bisschen Entspannung zwischendurch…

Wyn und Cheryl in Waitangi

Wyn und Cheryl in Waitangi – schon gegen Ende unserer Reise

Besuch und Ständchen von Hone in Auckland

Besuch und Ständchen von Hone und Ngairie in Auckland

Abschied am Flughafen

Schon am Flughafen und knapp vor dem Abschied

Mission complete!

Mission complete! Müde aber sehr zufrieden.

Tena koe, Ka Kite! Danke und auf Wiedersehen!

Tena koe, Ka Kite! Danke und auf Wiedersehen!

„We have a dream…“ – vom Ursprung bis zur Verwirklichung einer Vision

Die kompromisslose Gastfreundschaft der Maori ist sprichwörtlich und sie zu empfangen wird zu einer ganz speziellen und schon fast bewusstseinserweiternden Erfahrung für uns Europäer. So war es das auch für mich bisher und ganz speziell natürlich zuletzt mit Wyns engerer und weiterer Familie.

Immerhin kommen wir (´tschuldige, wenn ich das jetzt etwas überzeichnen sollte) aus einer Welt, wo man sich zuerst lieber mit einem „gesunden Misstrauen“ begegnet, wo man sein Gegenüber gekonnt auf den ersten Blick schubladisiert bzw. abstempelt und nur dann die Türen und das Herz vorsichtig öffnet, wenn alle Bedingungen aus einer langen Liste möglichst vollständig erfüllt sind. Zumindest hat man in unserer konstant am Burnout schrammenden Gesellschaft lieber seine Ruhe und der Mitmensch wird von vielen gar schon als Störfaktor betrachtet – im Extremfall sogar die eigene Familie.

Bei den Maoris ist das definitiv ganz anders. „Whanau“, die Familie, ist ein zentraler Wert und ein sehr weit gefasster Begriff, der sich im Maori-Weltbild in letzter Konsequenz nicht nur auf alle Menschen, sondern sogar auf die gesamte Schöpfung bezieht. Dazu kommt die Liebe („Aroha“) als weiterer Grundwert und wichtige Zutat ins Spiel. Letztere wird auch ein bisschen weiter verstanden als in unseren Breiten und beschränkt sich nicht exklusiv auf ein „Schatzi“ und vielleicht noch die engste Familie, wenn´s hoch hergeht.

Aus diesen Zutaten ergibt sich dann auch die Gastfreundschaft. Einem Gast fern seiner Heimat alles zu geben, was er für sein Wohlbefinden braucht, ist bei den Maoris eine Ehrensache. Und in einer ganzheitlichen Kultur beinhaltet dieses „alles“ nicht nur physische Dinge wie Speis und Trank plus ein Dach über dem Kopf. Der Mensch wird vielmehr auch mit seinen seelischen Bedürfnissen wahrgenommen und die Gastgeber fühlen sich auch dafür genauso zuständig. Man bekommt Gesellschaft, Ansprache, Mitgefühl, echten Familienanschluss und das Gefühl des bedingungslosen Angenommenseins. Das Verbindende, das uns alle als Menschen gemeinsam ist und vereint, wird dabei allgemein über all jene äußerlichen und oberflächlichen Dinge gestellt, die uns nur zu leicht in die Beurteilung und Trennung bringen können. Das alleine ist schon eine äußerst heilvolle Erfahrung.

Was von uns erst einmal in Erfahrung gebracht und dann verstanden werden muss, folgt für die Maoris einer recht einfachen Formel: „Ko ou ko koe, ko koe ko ou.“ – „Ich bin du und du bist ich.“

Das klingt jetzt natürlich alles sehr idealisiert – und das ist es im Grunde wohl auch. Denn wer genau hinschaut, sieht: Auch bei den Maoris gibt es schwerwiegende soziale Probleme und damit verbunden Werteverlust und Entwurzelung wie überall sonst auf unserer Welt – speziell in der Stadt. Doch wenn man sich in einem gesunden Umfeld aufhält (und das war bei mir zum Glück stets der Fall), dann kann man die bedingungslose Gastfreundschaft und die Werte, auf die die Maori zurecht stolz sind, noch vielerorts von ihrer allerschönsten Seite erleben.

Bei all dem sind die Maori nicht unbedingt blauäugige Menschen, die nur „Friede-Freude-Eierkuchen“ praktizieren – ganz im Gegenteil. Gerade in der Tradition eines Volkes, deren Geschichte unter anderem von kriegerischen Stammeskonflikten und nicht zuletzt auch vom Trauma der gewaltsamen britischen Invasion geprägt ist, wird das Gelingen einer friedlichen Begegnung mit Auswärtigen keinesfalls dem Zufall überlassen.

Speziell das Marae, der heilige Raum des Stammes und der Ahnen, wird gut beschützt und für die Aufnahme von Besuchern gibt es ein genaues Protokoll. „Powhiri“ – so wird die traditionelle Willkommenszeremonie genannt. Im Zeremoniell des Powhiri werden die Besucher von ausgesuchten Vertretern des Stammes nicht nur willkommen geheißen, sondern auch hinsichtlich etwaiger schlechter Absichten energetisch „durchgescannt“, die hinter dem Besuch stecken könnten. All das geschieht unter der Patronanz der verstorbenen Ahnen.

Den Abschluss des Powhiri bildet die Aufnahme in die Familie bzw. den Stamm. Es wird gemeinsam gegessen und somit das „Tapu“ (die Heiligkeit der Zeremonie) aufgehoben. Von da an darf man sich als Familienmitglied verstehen und sich frei am Marae bewegen. Unter gewissen Spielregeln, versteht sich. Das so genannte Protokoll regelt das Miteinander am Marae und bestimmt gibt es auch bei den Maoris den äußersten Fall, dass ein Gast „zur Tür begleitet“ werden muss.

Wie schon im letzten Artikel ausführlich dargestellt, ist ein Aufenthalt mit der Großfamilie am Marae eine sehr schöne oder sogar lebensverändernde Erfahrung. Während bei uns in Europa die Familien immer kleiner werden, der Anteil der Singlehaushalte gegen 50% geht und die Einsamkeit um sich greift, gibt es bei den Maori noch echte Clans. Kinder und Alte sind gleichermaßen ein natürlicher und essentieller Teil im Familienleben, im Geben und Empfangen. So bleibt der Kreis des Lebens geschlossen und die Generationen sind nicht voneinander isoliert.

Dass in unseren österreichischen Medien momentan ernsthaft eine Diskussion über die „Zumutbarkeit von Kinderlärm im öffentlichen Raum“ geführt wird, das erzählt man in Neuseeland besser niemanden. Die Kinder sind der Schatz und die Zukunft eines funktionierenden Stammes und es wird alles getan, damit sie sich am Marae wohlfühlen und mit diesem eine lebenslange Verbindung eingehen. Wenn sie dann einst erwachsen werden, wegziehen und ihre eigene Familie haben, bleibt das Marae stets ein Zuhause für sie, wo sie immer hingehen können um Rückverbindung, Erholung, Heilung und Rückzug im Schoße der Familiengemeinschaft zu finden. Die Lebensenergie, Freude und Kraft der Kinder am Marae wird vor allem von den Alten gerne in Empfang genommen. Die Alten geben dem Clan dafür ihre Lebenserfahrung, ihre Weisheit und die Sicherheit, dass man sich als Familie gemeinsam im Rahmen der Tradition und in einer gesunden Verbindung mit den Ahnen bewegt.

Letzteres ist vor allem in den zeremoniellen Anlässen von essentieller Bedeutung – und davon gibt es am Marae genug. Das Marae ist ja nicht nur Zentrum des familiären, sondern auch des rituellen Lebens. Powhiris (Willkommensrituale), Tangihangas (dreitägige Abschiedsrituale für Verstorbene) und andere größere Zeremonien, traditionelle Heilungsarbeit, die tägliche Tagesabschlusszeremonie vor dem Schlafengehen, und einiges mehr…

Das soziale Leben folgt so wie das Zeremoniell bestimmten, alt bewährten Abläufen, die vor allem der Stärkung und dem Erhalt der Gemeinschaft dienen. Man schläft gemeinsam, steht gemeinsam auf, isst gemeinsam und arbeitet gemeinsam (Putzen, Kochen, Instandhaltung, etc.). Man musiziert und spielt gemeinsam, man lacht und weint gemeinsam. So entsteht die Erfahrung von Familie, Stamm, Zugehörigkeit und letztendlich auch Sicherheit im Rahmen eines traditionellen Gefüges, das auf Gemeinschaft, Harmonie und Balance aufbaut.

Die Maori passen trotz aller Herausforderungen unserer Zeit gut auf die Traditionen, Werte, Gebräuche und die Sprache ihres Volkes auf und durch das Unterrichten der Kinder wird dafür gesorgt, dass all das erhalten bleibt. So ist Neuseeland nicht nur ein schönes, freies und entwickeltes Land oder ein Top-Reiseziel mit traumhaften Landschaften, gesunder Umwelt, gutem Essen und freundlichen Menschen. Das alles ist es natürlich auch, aber vor allem ist Neuseeland einer der immer weniger werdenden Orte auf dieser Welt, wo die oben dargestellten Aspekte eines gesunden, menschlichen Miteinanders im dritten Jahrtausend noch gelebt werden bzw. in Erfahrung gebracht werden können, wenn man Glück hat und Zugang dazu bekommt.

Ich durfte diesen speziellen Schatz, den die Maori hüten, schon auf meinen ersten beiden Neuseelandreisen erkennen und erfahren. Mir war damals schon klar, dass mir etwas zuteil wurde, was sogar den meisten (weißen) Neuseeländern und noch vielmehr den Millionen Besuchern dieses Landes verwehrt bleibt. So etwas kann man auch nicht planen oder herbeiführen. Genauso wie die Liebe – die trifft einen auch unerwartet. Und diese hat mich auch getroffen und so bekam ich noch ein viel schöneres Geschenk von Neuseeland – meine geliebte Wyn und all die schönen Erlebnisse und Zeiten, durch die wir schon zusammen gehen durften.

Wie schon im letzten Artikel berichtet war es um das vergangene Neujahr endlich soweit, dass Wyn und ich zusammen Zeit in Neuseeland verbringen konnten und ich ihre Familie kennen lernen durfte. Das war auch das erste Mal für mich, dass ich für längere Zeit und nicht nur als Gast auf einem Marae war, sondern wirklich als Teil der Familie. In jenen Wochen ist für mich viel geschehen und noch einmal eine ganz andere Dimension aufgegangen. Es wurde mir mit jedem Tag noch begreifbarer, worum es beim Leben im Familienverband und am Marae wirklich geht und wie gut es sich auf einen auswirkt, wenn man sich wirklich einlässt. Eine sehr erweiternde Erfahrung, von der man sich wünschen würde, dass sie für mehr Menschen zugänglich werden könnte…

Wyn und ich hatten tatsächlich schon seit längerer Zeit den Wunsch gehegt, uns nahe stehenden Menschen von zuhause einen kulturell-spirituellen Heilungsaufenthalt in Neuseeland zu ermöglichen und so unsere Liebe und Freude an der Kultur mit anderen zu teilen. Alles ganz authentisch, versteht sich. Aus dem Herzen gelebte Interkulturalität, das Leben auf dem Marae, die Erfahrung Teil eines Stammes zu sein, das Eintauchen in die indigene Tradition und Spiritualität der Maori, persönliche sowie kollektive Heilwerdung und das gemeinsame Genießen des wunderschönen Landes…all das und einiges mehr sollte eine solche Reise zu einer lebensverändernden Erfahrung für auswärtige Freunde machen…das war die Vision! Für uns war klar, dass so eine Reise rundum spirituell ausgerichtet und begleitet sein muss. Erst das gibt dem ganzen Sinn und Ernsthaftigkeit, man verbindet sich wahrhaftig und die persönlichen Erfahrungen werden dadurch zu einem größeren und kollektiven Feld. Im indigenen Denken gibt es ja sowieso keine Trennung zwischen geistiger und physischer Welt…

An dieser, unserer Vision und deren möglicher Wegöffnung haben wir sehr lange und intensiv gearbeitet – vor allem auch mit Wyns Familie in Neuseeland zusammen. Es sollte auch von Anfang an eine von der Gemeinschaft getragene Sache sein.

Für ein derartiges Vorhaben muss natürlich zuerst einmal energetisch der Boden bereitet werden, damit es sich dann überhaupt auf positive Art manifestieren kann und gut beschützt ist. Immerhin hat es so etwas in dieser Form vorher noch nie gegeben. Bevor man Menschen und Kulturen miteinander verbindet, wollen zuerst die Energiefelder im Hintergrund verbunden werden. Man geht dabei auch nicht einfach über Grenzen hinweg, die womöglich über Jahrhunderte oder Jahrtausende bestanden haben und ganz bewusst gezogen wurden. Also sind wir behutsam vorgegangen und haben in Abstimmung mit den Ahnen und den Ältesten aus Wyns Umfeld über lange Zeit hinweg an der Wegöffnung für eine interkulturelle Zusammenführung gearbeitet. In vielen Zeremonien wurde auf beiden Seiten um geistige Erlaubnis, Unterstützung, Führung und Schutz gebeten. Vieles wurde besprochen und gemeinsam erörtert und letztendlich wurden die Dinge auch gemeinschaftlich abgesegnet und beschlossen.

Im vergangenen November fühlte es sich dann endlich so an, als ob der richtige Zeitpunkt und die richtige Energie zur Verwirklichung unseres Wunsches gekommen wären. Der einzig mögliche, absehbare Termin war schon im Februar – da blieb freilich nicht viel Zeit zum Entscheiden für unsere Freunde zuhause. Und so war die Freude dann allseits groß, als tatsächlich einige unserem Ruf folgen und sich auf dieses gemeinsame Abenteuer in Aotearoa im Februar 2015 einlassen wollten. Super!

Alles ging also recht schnell und sehr bald war unser baldiger Besuch von zuhause auch schon das große Thema in Wyns Großfamilie. Die Ankündigung, dass meine Mutter kommen wird, hätte allein schon rundum für freudige Aufregung gesorgt. Aber dass nicht nur meine Mutter, sondern sogar eine ganze Gruppe von zuhause kommen sollte, um Wyns Familie, die Maori und ihre Welt kennen zu lernen, das war schon eine wirklich große Sache. Und auch auf der anderen Seite der Erdkugel konnten das alle Beteiligten so spüren. So bereitete man sich allseits freudig auf die kommende Zusammenführung vor.

Wyn und ich haben in Neuseeland die letzten Vorbereitungen getroffen. Das Praktische in Neuseeland ist, dass Besuche von Gruppen relativ einfach abgewickelt werden können, da die Maraes auch voll funktionierende Großquartiere sind. Verwandtschaft oder ein sehr guter persönlicher Kontakt zu den „Tangata Whenua“ („Leute des Landes“ = Ortsansässige) sind freilich Voraussetzung, um mit einer Gruppe von Auswärtigen auf ein Marae kommen zu können. Das ist aber unter den Maoris mit vielen Dingen so: Betreten von heiligen Plätzen, Treffen mit wichtigen Persönlichkeiten, etc…für alles braucht man gute Kontakte um ein- bzw. vorgelassen zu werden. Wyn und ihre Familie haben wirklich im ganzen Land einige von diesen Kontakten und die Tore öffneten sich für uns vielerorts auf schöne Weise.

Mit den Kontakten alleine ist es aber noch nicht getan. Wie in jeder Kultur braucht es zudem für einen korrekten Ablauf aller Dinge viel Gespür bzw. auch die genaue Kenntnis der ungeschriebenen Gesetze, die da so herrschen. Und die sind teilweise doch vollkommen anders als in unserer Welt. Eines kann ich nach meinem heutigen Stand sicher sagen: Unsereins würde in einem traditionellen Maori-Umfeld trotz Hausverstandes, guter Erziehung und redlichen Bemühens ahnungslos von einem Fettnäpfchen ins nächste tappen und relativ schnell verzweifeln. So wurde die Zeit unserer Vorbereitungen für mich auch ein unerwarteter und manchmal auch immens anstrengender Intensivkurs in den vorherrschenden „Do´s and Don´t´s“. Der Maßstab für die Herangehensweise wird nicht so wie bei uns zuhause vor allem durch Transparenz, Kosten-Nutzen-Rechnung, Effizienz und Zielorientiertheit gesetzt, sondern man muss allerlei andere Dinge beachten, Geduld haben, ja nicht mit der Tür ins Haus fallen, zwischen den Zeilen lesen, auch öfter mal den Mund halten, etc., etc. etc….alles mitunter schwierige aber sehr positive und lehrreiche Übungen für mich. Und dennoch weiß ich ganz genau, dass ich wohl nur eine ganz kleine Ahnung bekommen habe, wie die Dinge so laufen. Egal – nachdem Wyn sich in der Welt der Maoritradition hundertprozentig sicher bewegt, habe ich ihr eigentlich nur vertrauensvoll folgen brauchen. So wie es sie in meiner Welt mit mir macht.

Auch hat unser kleines Projekt in der Vorbereitung erwartungsgemäß interessante Dynamiken bekommen, was die Mitwirkung von Menschen und Orten anbelangt. Man macht so seine Pläne und dann kommt es oft erst wieder ganz anders und es heißt flexibel bleiben, loslassen und sich auf neue Gegebenheiten einstellen. Aber wir kennen das ja schon und was kann man denn schon tun als auf die Spirits, die gute Fügung und den Prozess zu vertrauen. Ganz nach dem Motto: „ Am Ende ist noch immer alles recht gewesen.“ So hat sich unser Projekt auch bis zum letzten Tag vor der Ankunft unserer Besucher (und darüber hinaus…) intensiv bewegt, gewandelt und immer wieder selbst neu aufgestellt. Und irgendwann war dann eh einfach der erwartete Moment da und es ging los…

Ein altes Bienensprichwort sagt: “Über ungelegte Eier soll man nicht sprechen.” Darum habe ich diese Geschichte nicht schon längst vorher, sondern lieber erst jetzt aus der Rückschau geschrieben und hier am Blog gepostet.

Koru, der sich entfaltende Farn. Für die Maori ein Symbol für Wachstum, Entwicklung und Kraft.

Koru, der sich entfaltende Farn. Für die Maori ein Symbol für Wachstum, Entwicklung und Kraft.

Bei meiner neuen Familie in Aotearoa

Nachdem ich seit zwei Jahren nicht in Neuseeland gewesen und einiges in der Zwischenzeit geschehen war, war es vergangenen Dezember endlich soweit und ich durfte wieder eine Reise ins „Land der langen weißen Wolke“ – Aotearoa – antreten.

Obwohl ich – was das Reisen anbelangt – nach all den Jahren und Erfahrungen schon einigermaßen abgebrüht bin, war diese Reise nach Neuseeland dann doch mit einer gewissen Aufregung verbunden. Immerhin sollte sich endlich die Gelegenheit ergeben, Wyns Familie zu treffen und sich gegenseitig kennen zu lernen. Dementsprechend war ich etwas nervös. Was würde mich dort wohl erwarten? Wie würde man mich wahr- bzw. aufnehmen? Wie geht die Familie mit der gesamten Situation und der Lebensweise von mir und Wyn um? Haben all das und ich selbst in einem traditionell-kulturell geprägten Umfeld wirklich Platz und sind das große Wohlwollen und die Unterstützung der Familie, die sich in vielen E-Mails und Telefonaten schon ausgedrückt hat, tatsächlich so gegeben? … In erster Linie war ich aber voller Vorfreude auf das, was da kommen mag, und natürlich auf das Wiedersehen mit Wyn, die schon einen Monat vorher nach Neuseeland gereist ist um einige Dinge für die kommenden Wochen und Monate unseres Aufenthaltes vorzubereiten.

Die Wiedersehensfreude am Flughafen in Auckland war riesengroß. Wyn hat dort alleine auf mich gewartet, um mich zuerst einmal noch mit niemandem teilen zu müssen. In der mit 1,5 Millionen Einwohnern einzigen Großstadt Neuseelands (ein Drittel der gesamten Nation lebt dort) kann man dann ja auch leicht einmal untertauchen…würde man glauben…und irgendwie wunderte es mich dann trotzdem nicht wirklich, als wir bei irgendeinem Einkaufszentrum zwischen Flughafen und Stadt kurz stehenblieben, aus dem Auto ausstiegen und direkt in die Hände von Hone liefen. Hone ist einer der beiden Maori-Freunde, mit denen wir im Februar 2014 gemeinsam durch Guatemala gereist waren. Die Welt ist klein in Neuseeland, die Freude war riesig und schon war die erste Essenseinladung ausgesprochen, bevor ich noch richtig angekommen war.

Auch mit Wiremu, dem anderen Freund, der uns in Guatemala besuchte, hatten wir bald ein lang erwartetes Wiedersehen. Und dann lernte ich von nun an jeden Tag neue Leute kennen. Wie ich es von Neuseeland nicht anders kannte, war es überall und mit allen Menschen ausgesprochen nett. Das Ankommen und Wohlfühlen fiel mir da denkbar leicht.

Weihnachten nahte heran und so fuhren wir von Auckland in die Gegend von Rotorua, wo wir in einem Ferienhaus am Tarewera-See gemeinsam mit Wyns engster Familie Weihnachten verbringen sollten. Es sollten sehr spezielle Weihnachten für mich werden. Nicht aufgrund des Abhandenseins des Winters (das hatte ich ja mittlerweile schon oft genug), sondern weil ich dort die Familie meiner Freundin zum ersten Mal sehen würde. Und es war dann wirklich sehr schön, wie wir dort die Weihnachten gemeinsam feierten, wie ich ganz natürlich und ohne großes Aufsehen ein Teil des familiären Geschehens sein durfte und von Jung und Alt gleichermaßen wie selbstverständlich aufgenommen und willkommen geheißen wurde. Und das alles noch dazu in einer schönen, stressfreien und natürlichen Umgebung ohne Internet, Handys, Autos etc. … wenn auch ohne Schnee und Christbaum, das waren wahrlich frohe und wohltuende Weihnachten!

Dieser Höhepunkt war kaum verarbeitet, da stand auch schon der nächste auf dem Programm. Die Tage rund um Neujahr sollten wir gemeinsam im etwas größeren (und doch noch engeren) Kreis der Familie im Marae [sprich: Marei] verbringen. Wie sehr freute ich mich, wieder auf ein Marae zu kommen! Immerhin verbrachte ich in den Gemeinschaftshäusern der Maoris meine besten Zeiten auf meinen ersten beiden Neuseelandreisen und es ist eine große Ehre und Freude, Gast auf einem Marae sein zu dürfen. Und das Marae von Wyn und damit ihre Familie weiter kennen lernen zu dürfen, das war noch einmal eine größere Freude.

Wyns Marae liegt in der kleinen, am Meer gelegenen Ortschaft Matatá in der Region „Bay of Plenty“. Benannt ist es nach einem ruhmreichen Vorfahren namens Umutahi. Während ein Großteil der Maraes jeweils von mehreren Familien gemeinschaftlich genutzt werden, ist Umutahi das Marae von nur einer einzigen Familie – der Familie von Wyns Mutter Raewyn. Dadurch herrscht dort eine lockere und besonders familiäre Atmosphäre und man fühlt sich gleich aufgenommen und wohl. Natürlich gibt auch am Umutahi-Marae das allgemeine Protokoll den Rahmen für das Zusammenleben vor, im Kreise der eigenen Familie darf es aber etwas freier und entspannter sein als normal.

Mit ca. 40-50 Leuten zusammen am Marae unter einem Dach zu schlafen, zu essen und die Feiertage zu verbringen, das war schon ein ganz spezielles und schönes Erlebnis. Auch für die anderen Anwesenden war das keine Alltäglichkeit – hatte es doch auch für die Familie der Rotas schon länger kein so vollzähliges Familientreffen am Marae gegeben. Einige Verwandte, die in Australien leben und arbeiten, waren seit vielen Jahren erstmals wieder nachhause gekommen. Wyn und ich wurden auch besonders willkommen geheißen. Die Freude war allseits groß. So haben wir sehr schöne Tage im Kreis der Großfamilie verbracht. Ich habe viele nette Menschen kennen gelernt, die Familiengeschichte studieren dürfen und auch darüber hinaus viel Interessantes über Geschichte und Kultur der Maori erfahren. Die Generationen überschneiden sich aufgrund der auch heute noch sehr kinderreichen Familien teilweise auf recht interessante Art. So war ich zuerst doch recht überrascht, als ich plötzlich von mir gleichaltrigen erwachsenen Menschen freundlich mit „Onkel“ angesprochen wurde – das waren Wyns Neffen und Nichten… Im Mittelpunkt des Familienereignisses stehen klar die Kinder (sie geben dem Geschehen am Marae erst wirklich Leben und dürfen sich auch frei und wohl fühlen – darauf wird immer wieder besonders hingewiesen) und vor allem auch die Alten, mit denen jeder die kostbare Zeit verbringen möchte. Es wurde zusammen gespielt, gesungen und musiziert, Geschichten erzählt, der „guten alten Zeit“ nachgesonnen und immer wieder gegessen…

Dass bei den Maoris gut und viel gegessen wird, ist für Insider ganz normal, an dieser Stelle muss es aber unbedingt erwähnt werden. Essen („Kai“) ist in dieser Kultur quasi allgegenwärtig und ein zentraler Bestandteil des geselligen Miteinanders. Das „Wharekai“ ist das Essenshaus und neben dem „Wharenui“ („großes Haus“ od. Ahnenhaus) eines der beiden Hauptgebäude am Marae. Im Wharekai wird das Essen nicht nur durch den gemeinsamen Verzehr zu einem wichtigen Bestandteil des Miteinanders, sondern auch durch die gemeinsame Zubereitung. Die Aktivität in der Küche geht in aller Früh los und endet erst spätabends. Im Laufe des Tages kommt jeder auch einmal in der Küche dran, ob als Chefkoch, Hilfskoch oder als Tellerwäscher. Man kommt sich dort schnell und unkompliziert näher, es wird gesprochen, getratscht und geblödelt. Und man übernimmt gemeinsam die Verantwortung für das allgemeine Wohlbefinden „des Stammes“.

Im Wharekai habe ich mich im Laufe der Tage durch eine unvorstellbar breite Palette von Speisen durchgekosten dürfen. Vor allem die Früchte des Meeres haben es mir dabei angetan und ich habe so ziemlich alles ausprobiert, was uns Tangaroa (der Gott des Meeres) so schenkt. Muscheln, Krabben, Shrimps, Austern, Langusten („Crayfish“), roher Fisch, geräucherter Fisch, Aal und den so begehrten „Whitebait“ (das sind halbdurchsichtige Fischbabys, die mit Ei oder noch besser ein bisschen Knoblauch angebraten eine wahre Köstlichkeit abgeben)…all das habe ich in verschiedenen Varianten mit Hochgenuss verspeist – bis auf den Seeigel, der hat mir nicht so geschmeckt. Eine besondere Spezialität und Stolz der Maori sind die Süßkartoffeln aus der eigenen Zucht; beliebte Gemüse sind außerdem Kamu-Kamu (eine Art Kürbis) und der süße Mais. Früchte gibt es im Überfluss, die Kiwis aus der familieneigenen Plantage waren jedoch noch nicht reif. Fleisch in allen Spielarten ist selbstredend vorhanden und sehr hoch im Kurs. Gegrillt, gebraten, aufgekocht oder traditionell auf heißen Steinen im „Hangi“ (Erdofen) gegart – nichts davon wurde ausgelassen. In Neuseeland kann auch „der kleine Mann“ essen wie ein Millionär – der reichhaltige Ozean macht es möglich und man muss nur wissen, wie man an die Köstlichkeiten rankommt. Auch was die anderen Nahrungsmittel betrifft, ist in Neuseeland alles im Überfluss und guter Qualität vorhanden – das Land kann sich mehrfach selbst versorgen und die Landwirtschaft exportiert in aller Herren Länder. Soviel zum Essen…

Die Zeit am Marae dient jedoch nicht nur dem physischen, sondern vor allem dem seelischen „Aufladen der Batterien“. Im Mittelpunkt stehen der Familienzusammenschluss und die Rückverbindung jedes Einzelnen mit dem angestammten Land der Ahnen. Wenn man sich wahrlich einlässt und sich erlaubt, den eigenen Alltagsstress herunterzufahren sowie Handy, To-Do-Listen und Terminkalender auf die Seite zu legen, wird das einfache und ruhige Zusammensein am Marae zu einer sehr heilvollen Sache für jeden und die Familie.

Das war es auch für mich. Ich erlebte das schöne Gefühl des bedingungslosen Angenommenseins und der Zugehörigkeit in einer neuen Familie am anderen Ende der Welt. Jeder hat sich wahrhaftig um den Kontakt zu mir bemüht und mir geholfen, zu einem Teil des Clans zu werden. Bei all dem wurde ich nicht ein einziges Mal gefragt, was ich oder meine Eltern beruflich machen, welcher Religion wir angehören, was ich für ein Auto fahre, und so weiter…Es zählt nur die Absicht sich echt aufeinander einzulassen und zu zeigen, dass man nicht nur das eigene, sondern auch das Wohlbefinden seiner Nächsten und der Familie wichtig nehmen kann und will. Und das sollte nach dem folgenden wichtigen Satz der Maori das Normalste überhaupt sein: „Ko au ko koe, ko koe ko au“. Auf Deutsch: „Ich bin Du und Du bist ich.“ Dieser Grundsatz wird auch wirklich gelebt.

Übrigens: Ob man weiß oder braun ist, das spielt am Marae überhaupt keine Rolle. Immerhin gibt es beinahe in jeder Maori-Familie auch einen europäischen Einschlag und die weißen Ahnen werden nicht weniger geehrt als die einheimischen. So findet man auch am kleinen familieneigenen Urupa (Friedhof) des Umutahi-Maraes Namen wie Schuster, Stoianoff, Otto, Cochrone, etc…Auch in der Ahnengalerie der Verstorbenen, die sich im Wharenui (Ahnenhaus) befindet, erkennt man teilweise typisch europäische Gesichter.

Genau dort – im mit Schnitzereien und Malereien schön verzierten Ahnenhaus – wird gemeinsam mit der ganzen Familie (den Lebenden und den Verstorbenen) unter einem Dach geschlafen und geträumt. So erhält die Familie gemeinsam den Segen, die Unterstützung und die „Downloads“ von den Ahnen. Auch das ist ein wichtiger Teil von all dem, was den Aufenthalt am Marae zu so einer speziellen Erfahrung und heilvollen Angelegenheit macht.

Die gemeinsamen Tage mit der Familie waren wirklich sehr schön für Wyn und mich, und auch sehr wichtig. Erstens, weil es sowieso für jeden Menschen gut ist Zeit am Marae zu verbringen und sich im Kreise der Familie zu erden und zu erholen. Zweitens, weil es höchste Zeit war, dass Wyns Familie und ich uns endlich gegenseitig kennen lernen konnten. Und drittens, weil schon demnächst ein gemeinsames Abenteuer und eine gemeinsame Aufgabe auf uns alle warten sollte (mehr dazu im nächsten Artikel). Wenn ich an den Jahreswechsel am Umutahi-Marae zurückdenke, dann wird mir ganz warm ums Herz und das schöne Gefühl der Zugehörigkeit berührt mich sogleich. Ich möchte allen von Herzen danken, die mich dort so liebevoll in ihre Familie aufgenommen haben. Allen, die mich so herzlich, ganz natürlich und unkompliziert zu ihrem „Son“, „Nephew“, „Bro“, „Cuz“, „Uncle“ oder einfach nur zu ihrem „Hori-George“ oder „Georgie“ gemacht haben. Tena koutou whanau!

Danken möchte ich auch meiner österreichischen “Kiwi”-Familie in Gisborne – Sue, Hubert and Kids. Wir haben uns zwar nur kurz gesehen und einen sehr schönen Tag in Mahia verbracht, aber ich weiß, dass ich auch auf Euch fern der Heimat immer zählen kann. Und der Crayfish schmeckt bei Euch besonders gut. 😉 Danke!

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Freude beim Wiedersehen in Auckland

Auckland ist eine sehr grüne City

Auckland ist eine sehr grüne City

Hone

Hone

Zuhause bei Wiremu und seiner Mum

Zuhause bei Wiremu und seiner Mum

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Ankunft am Lake Tarewera

Weihnachten in einer schönen und beeindruckenden Gegend - hinter dem lake Tarewera ist der gleichnamige Vulkan, der nicht immer so friedlich war wie zuletzt.

Weihnachten in einer schönen und beeindruckenden Gegend – hinter dem lake Tarewera ist der gleichnamige Vulkan, der nicht immer so friedlich war wie zuletzt. Weiß waren die Weihnachten im neuseeländischen Hochsommer klarerweise nicht, dafür hatten wir einwandfreies Badewetter.

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Satt dem Christbaum gab es eine kleine, mitternächtliche Kerzen-Installation von mir.

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…und ein kleines österreichisches Weihnachten für Wyns Mum. Das neuseeländische Weihnachten findet ansonsten ja wie überall im englischsprachigen Raum am Morgen des 25ten statt…

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Weiter ging es nach Matatá.

auf Wyns Marae Umutahi

auf Wyns Marae Umutahi. Gerdeaus in der Mitte ist das Ahnenhaus, links davon das Badehaus mit Duschen und Toilettanlagen, rechts davon ist der kleine Familienfriedhof.

Wyns Mum mit den Kindern

Wyns Mum mit den Kindern im Wharenui

...und hier im Wharekai

…und hier im Wharekai

noch mehr Kinder

noch mehr Kinder

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jede Menge Cousins und noch mehr Cousinen (das Cousinenfoto habe ich nicht)

die Onkel, hier beim Musizieren mit Wyn

die Onkeln, hier beim Musizieren mit Wyn

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Uncle Harry

Uncle Martin, zu Gast aus Australien

Uncle Martin, zu Gast aus Australien

Uncle "Dooley" Gabriel, ein landesweit bekannter Meister der Maori-Schnitzkunst

Uncle “Dooley” Gabriel, ein landesweit bekannter Meister der Maori-Schnitzkunst, mit Baby, mir und Wyns Mum Raewyn

Uncle Nanu beim Musizieren

Uncle Nanu beim Musizieren

Das hört sich ca. so an, Aufnahme zusammen mit Uncle Tepo:

 

Wyns Bruder "Son" Vincent hütet als ältester Sohn der Familie das Wissen um den Ahnenstammbaum und hat mir ein paar interessante und kurzweilige Lehrstunden gegeben

Wyns Bruder “Son” Vincent hütet als ältester Sohn der Familie das Wissen um den Ahnenstammbaum und hat mir ein paar interessante und kurzweilige Lehrstunden gegeben und hier ca. 30 Generationen von Vorfahren mit ihren jeweiligen Familien auswendig  namentlich rezitiert.

Die "Cuzzies" bei der fast schon rituellen Fleischzerteilung

Die “Cuzzies” bei der fast schon rituellen Fleischzerteilung

gemeinsames Kochen im Wharekai

gemeinsames Kochen im Wharekai mit Cousine Helena

Barbecue - eh klar!

Barbecue – eh klar! Aber das hier ist eigentlich nur eine ganz kleine Kinderjause

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So sieht hingegen ein ernstzunehmendes  Hangi aus, wenn es aus der Grube geholt wird.

Das war unser Hangi auf Umutahi. Die Onkeln Nanu udn Frank sind gerade dabei, das Erdloch auszuheben.

Das war unser Hangi auf Umutahi. Die Onkeln Nanu und Frank sind gerade dabei, das Erdloch auszuheben, bevor dann die Köstlichkeiten (allerlei Gemüse und Wurzeln, sowie jede Menge Fleisch und Hendl) auf heiße Steine gebettet und für ca. 3 Stunden vergraben werden.

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Fertig!

Krabben

Krabben

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Crayfish – Stadium 1

Crayfish - Endstadium

Crayfish – Endstadium

der stets höchst gefragte "Whitebait"

um diese Kerlchen ist am meisten “G´riss” –  “Whitebait”, hier noch vor der Zubereitung

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Diese hier werden gar nicht erst groß zubereitet, sondern direkt roh verspeist – Austern!

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der Inhalt der Paua-Muschel (hier teilweise geschliffen) ist auch ein ganz besonderes schmckhaftes Geschenk des Meeres, an das nur geschickte Taucher herankommen. Die Muschel selbst wird vor allem zur Schmuckherstellung verwendet. Da ihre Außenseite ungeschliffen eher häßlich ist und die Innenseite dafür wunderschön, repräsentiert die Paua-Muschel ganz besonders die innere Schönheit.

Steam-Pudding, eine einfache aber zeitlos-köstliche Nachspeise

Steam-Pudding, eine einfache aber zeitlos-köstliche Nachspeise

Und wenn der Magen erst einmal ordentlich voll ist, zieht man sich spätabends hierhin zurück...

Und wenn der Magen erst einmal ordentlich voll ist, zieht man sich spätabends hierhin zurück…

Wie man sich bettet, so liegt man...in unserem Fall natürlich auf und unter guatemaltekischen Decken - auch in Neuseeland!

Wie man sich bettet, so liegt man…unter der Ahnengalerie und in unserem Fall natürlich auf und unter guatemaltekischen Decken – auch in Neuseeland!

Gute-Nacht-Stimmung im Wharenui

allgemeine Gute-Nacht-Stimmung im Wharenui…einige schleichen noch aus und ein, andere tuscheln noch herum, während wieder andere schon leicht wahrnehmbar “einen abschnarchen”….

Der Mond steht in Neuseeland wie alles andere Kopf. Ergo war er/sie in diesem Fall abnehmend.

Der Mond steht am neuseeländischen Himmel wie alles andere Kopf. Ergo war er/sie in diesem Fall abnehmend.

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Und so sieht es aus , wenn im Morgengrauen die ersten Sonnenstrahlen aufs Umutahi-Marae kommen. Rechts das Wharenui, links hinten das Wharekai und hinter den Hecken rundherum befinden sich die Kiwiplantagen

Hinter der Hecke sieht es dann so aus.

Hinter der Hecke sieht es dann so aus.

Tagsüber diente das Wharenui unter anderem auch als Atelier. Mum Raewyn schafft ein Kunstwerk für einen speziellen Anlass.

Tagsüber diente das Wharenui unter anderem auch als Atelier. Mum Raewyn schafft ein Kunstwerk für einen speziellen Anlass.

Manchmal wird das Umutahi Wharenui auch zum Spielplatz für die Kinder. Diese geben dem Marae erst recht die lebendige Energie, die es braucht. Darüber sind sich alle einig.

Manchmal wird das Umutahi Wharenui auch zum Spielplatz für die Kinder. Diese geben dem Marae erst recht die lebendige Energie, die es braucht. Darüber sind sich alle einig.

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Kaputerangi – ein geschichtsträchtiger und schöner Platz gleich um´s Eck mit Blick auf Whale Island. Da warenw ir auch rund um Neujahr öfter zu Besuch.

aber auch sonst haben wir einige Ausflüge gemacht. zum Beispiel ins "Auenland" vom "Herr der Ringe"

aber auch sonst haben wir einige Ausflüge gemacht. zum Beispiel ins “Auenland” vom “Herr der Ringe”

Da passe ich eher nicht so hin.

Da passe ich eher nicht so hin.

Im touristischen Maoridorf "Mitai" bei Rotorua.

Im touristischen Maoridorf “Mitai” bei Rotorua.

...ebendort...

…ebendort…

oder einfach nur auf die Wiese

oder einfach nur auf die Wiese

..in den Wald...

..in den Wald…

zu den Quellen

zu den Quellen (Braemar Springs, im Hintergrund der Hausvulkan Putauaki)

...und natürlich an den nahe gelegenen Strand.

…und natürlich an den nahe gelegenen Strand.

Besuch bei Hubert in Mahia

Besuch bei Hubert in Mahia.

 

Jetzt neu im Online-Shop: Maori-Taongas aus Neuseeland!

Ab sofort biete ich auf meinem Online-Shop ein kleines aber feines Sortiment von echten Maori-Taongas aus Neuseeland an. „Taonga“ bedeutet in der Sprache der Maori allgemein „Schatz“. Im Speziellen handelt es sich um handgefertigte Schmuckstücke aus Neuseeland-Jade (Pounamu) bzw. Knochen und Perlmutt.

Die Taongas habe ich auf meinem letzten Neuseeland-Aufenthalt selbst und direkt in einer Ein-Mann-Manufaktur handverlesen und gekauft. Es handelt sich garantiert um vor Ort und von Hand gefertigte, echte Schmuckstücke aus Originalwerkstoffen und nicht um billige Chinaware, wie man sie in vielen Souvenirgeschäften Neuseelands findet. Wie bei allen Produkten in meinem Shop habe ich mich auch hier sehr bemüht, hochwertige und authentische Ware zu einem fairen Preis anbieten zu können.

Für den Export der Schätze aus Neuseeland habe ich eine entsprechende Lizenz beantragt und erhalten. Natürlich sind sie auch in Österreich ordnungsgemäß eingeführt und verzollt worden.

Die meisten Taongas sind vorerst Einzelstücke in meinem Shop und dementsprechend können sie auch schnell vergriffen sein. Viele davon sind jedoch gängige Klassiker und ich sollte Sie bei Nachfrage auch wieder besorgen können. Dies bitte ich im Fall per E-Mail mit mir direkt abzuklären.

Die Taongas sind ganz außergewöhnliche und schöne Geschenke für spezielle Mitmenschen oder auch für uns selbst. Wenn wir sie entsprechend gut behandeln, werden sie zu wahren Lebensbegleitern und Kraftgegenständen.

Mehr Information zu den Taongas und das gesamte Sortiment findet Ihr auf meinen Shop-Seiten. Mit einem Klick auf das unten stehende Foto kommt Ihr direkt dorthin. Schauen kostet nichts!

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Maori-Taongas

 

ONLINE-SHOP ERÖFFNET

Immer wieder werde ich in Österreich gefragt, ob ich nicht guatemaltekisches Zeremonialmaterial zu verkaufen hätte. Und wo es denn die bunten Indianerdecken zu kaufen gibt, von denen ich für mich meistens eine im Auto oder bei Zeremonien mit dabei habe.

Für all jene, die wirklich Interesse an diesen Dingen haben und nicht alle Tage über den Atlantik kommen, habe ich eine kleine Lieferung aus Guatemala zu uns nachhause geschickt und ordnungsgemäß verzollt. In meinem Online-Shop sind ab sofort erhältlich:

feine, handgewebte, kuschelige Indianer-Wolldecken in allen Farben und Mustern. Ich liebe diese Decken und sie waren seit meiner ersten Guatemalareise mein liebster Mitbringsel. Sie bringen Lebensfreude und Farbenpracht in unsere Wohnungen. Jede einzelne Decke erfreut das Gemüt, wenn man sie aufmacht und die Farben strahlen sieht. Sie sind zudem sehr robust und ausdauernd. Meine ältesten Decken sind 10 Jahre alt und bereiten mir immer noch viel Freude.

Zeremonialmaterial: Ritualkerzen in allen Farben, Pom (die braunen Harzknödel), Weihrauch, Copal, Mirra, Duftessenzen (u.a. “Siete Machos”), die begehrten und raren Copal-Räucherstäbchen, Ritual-Komplettsets…alles, was das Herz begehrt und die Spirits bzw. das Auge und den Geruchsinn erfreut.

Alles, solange der Vorrat reicht…

Übrigens: Wer nicht gerne online shoppt und die Dinge vor dem Kauf lieber angreifen möchte, kann auch gerne bei mir zuhause in Kärnten vorbeikommen.

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 Set groß Kopie

Wie die Maya-Schule für Kinder angelaufen ist…

Wie bereits im Bericht weiter unten angekündigt, hat Don Francisco seinen Plan zur Eröffnung einer Maya-Schule für Kinder tatsächlich erfolgreich umsetzen können. Wir haben dank einiger eingegangener Spenden auch unseren Teil dazu beitragen können. Besonderer Dank gilt einmal mehr meinem Freund Stefan, der nicht nur sein Spendenkonto für die Abwicklung zur Verfügung stellte, sondern auch die Spendenbox bei seinen Auftritten für unseren Zweck füllen ließ.

So konnten wir rund um Weihnachten beginnen, alles für die Schule herzurichten. Es wurde neu ausgemalt, die Bibliothek wurde ordentlich ergänzt, Zeremonialmaterial wurde angeschafft, Stühle gekauft, etc…

Mitte Januar gab es dann eine feierliche Eröffnung und seitdem kommen dreimal in der Woche 25 Kinder in den Genuss eines authentischen Maya-Unterrichtes, der unter anderem Maya-Sprache, Geschichte, Maya-Philosophie, Maya-Geschichten und -Legenden, Maya-Mathematik, Kalenderkunde und Kosmovision beinhaltet. Es gibt kein Wissensgebiet, das von der Philosophie, der Spiritualität und Kosmovision der Maya getrennt betrachtet wird, und so bekommen die Kinder ein ganzheitliches Fundament um ihre eigene Identität zu erkennen und lieben zu lernen.

Ich habe dem Unterricht öfter beigewohnt und so auch meine Tzutujil-Kenntnisse (Maya-Sprache des gleichnamigen Stammes) ein bisschen begonnen aufzubauen. Aber vor allem hat es mir gefallen, wie der Anciano (Großvater) Don Francisco liebevoll mit den Kindern umgeht, seine friedliche Energie mit der Quicklebendigkeit der Kleinen verbindet und alles auf spielerische Weise mit ihnen erarbeitet. Echt super. Die Kinder genießen den Unterricht und deren Eltern finden erstaunlich, was sie alles lernen. Ich freue mich schon jetzt, wann ich wieder mit ihnen zusammen im Garten der Mayaschule sein kann. Anbei ein paar Fotos, die beweisen, dass sich “was tut”, und danke noch einmal an alle, die den Start dieses Projektes mit ermöglicht haben. Spenden werden weiterhin gebraucht und es gibt auch Visionen zur Ausweitung des Projektes. Danke vor allem an Don Francisco, dass er diese Aufgabe übernommen hat und dreimal die Woche mit den Kindern arbeitet.

Spendenkonto
Stefan Schlenker
Kontonummer 0004-020145
Dornbirner Sparkasse
BLZ 20602
Bic (Swift) DOSPAT2DXXX
Iban: AT842060200004020145

Der Anciano und die Kinder

so wenige sind das gar nicht, das hört man vor allem beim wilden Fangenspielen nach dem braven Zuhören

Bibliotheksführung bei der Eröffnung

Da sind so manche "Schätze" zu finden. Das sind nur ein paar von hunderten Büchern, von denen ein Großteil schon vorhanden war.. Wahrscheinlich die höchste Konzentration von Büchern pro m² im ganzen Hochland von Guatemala...

Zufriedene Kinder

mit Spaß bei der Sache

Mit meinen Maori-Freunden durch das Land der Maya

In den vergangenen Wochen hatte ich hier in Guatemala Besuch von ein paar Freunden von den Maori aus Neuseeland. Mir war die Ehre und Freude zuteil, sie mit den Mayas, ihren indigenen Brüdern und Schwestern, deren Land, Tradition und Spiritualität bekannt zu machen und zusammen zu führen. Eine Aktion, die wir schon seit längerem ins Auge gefasst hatten, die aber erst auf den richtigen Moment warten und gut organisiert sowie auch energetisch vorbereitet werden musste.

Im Februar war es also soweit und so durfte ich meine drei Gäste aus Neuseeland hier in Guatemala willkommen heißen. Mit von der Partie war mein Cousin Friedel, der sich auf seiner langen Reise von Feuerland nach Alaska durch die Amerikas befindet und wieder mal zur rechten Zeit am rechten Ort war. Für mich war das eine große Freude, jemanden aus meiner Familie hier zu haben, und eine gute moralische Unterstützung ist das natürlich auch, wenn man zusammen in ein neues Projekt geht.

Für diese erlesene Gruppe hatte ich mir einiges einfallen lassen und so gingen wir durch einen kompletten zeremoniellen 20-Tages-Zyklus mit vielen programmierten und nicht programmierten Höhepunkten, sehr schönen Begegnungen und Zusammenführungen mit Menschen, Plätzen und Energien. Es war super, wie sich alle gut eingelassen haben und wie reibungslos alles „von der Hand ging“. Eine erkenntnisreiche und genüssliche Reise für alle Beteiligten, maßgeblich mitgetragen vom Familien- und Gemeinschaftsgeist der Maori. Unsere Reise führte uns in alle Ecken des Landes – vom Hochland zu den Pyramiden im Tiefland, zu den Tempeln von Copán in Honduras, zum schwarzen Christus von Esquipulas und letztendlich an den Pazifikstrand, von wo aus die Maori noch vor ihrer Heimreise über ihren geliebten Ozean Richtung Heimat blicken und spüren konnten.

In den drei gemeinsamen Wochen haben meine Gäste nicht nur viele neue Erfahrungen gemacht und Freunde gewonnen. Sie haben sich auch intensiv mit dem Heiligen Feuer der Maya verbunden und dieses hat zusammen mit ihnen die Reise über den Pazifik nach Neuseeland angetreten. Wir haben auf vielen Ebenen eine Verbindung von Herz zu Herz zwischen Maya und Maori geknüpft. Ich hoffe, dass sich daraus viel Gutes ergeben darf. Aktionen wie diese machen sehr viel Freude und es geht auch sehr viel Heilung für den Einzelnen und das Kollektiv davon aus.

Also ist für mich eines klar: ich versuche weiter dran zu bleiben mit derartigen Vorhaben. Die Verbindung der indigenen Wege durch die Brücke zwischen Maya und Maori wollen wir auch mit anderen Menschen teilen und wir könnten diese schon demnächst gemeinsam betreten: Mein Aprilprogramm hier in Guatemala werde ich zusammen mit meiner Freundin Wyn aus Neuseeland gestalten, das löst jetzt schon große Freude aus. Die in Englisch verfasste Einladung zu diesem Spezialprogramm befindet sich zum Herunterladen unter dem Menüpunkt “GUATEMALA-REISEN” oder unter diesem Link : Invitation Guatemala 05_14

“Rukux” – im Herzen des Maya-Feuers

Zeremonieller Auftakt für die Gruppe mit Tata Juan und Dona Salomé. Von links nach rechts: ich, Hone, Salomé, Wyn, Juan, Friedel, Wiremu

Rituelle Segnungen

die Kraft des Kreises in der Pyramide im Zentrum “Paz Mundo”

Besuch des Hospitals in Sololá

Besuch in Kumarqaj mit meiner Bekannten Rafaela und ihrer Familie – 4 Generationen

eine gemeinsame Gabe an die Spirits – mit viel Liebe hergerichtet

Gemeinsame Tage mit Don Francisco in San Pedro

Zusammentreffen der Maoris (und Maori-Hongi) mit den Kindern in Don Francisco´s Kosmovisions-Schule

Besuch bei Nana Feliciana in San Juan

…und zeremonielle Nutzung ihres “Temascals” (so eine Art Maya-Schwitzhütte)

Besuch beim Maximon in Santiago Atitlan

teilweise beschwerliche Wege zu den Kraftplätzen

doch wird man immer belohnt, wie durch diese Aussicht hier,

durch schöne Rituale,

durch besinnliche Momente,

und durch die gemeinsame Freude, so wie hier mit meinem Cousin am Altar 9 Tzi

beim Maximon in Zunil

Am Einstieg in die Cueva Candelaria

das Wechselspiel von Licht und Schatten am Tag Akabal

Besuch in Tikal am Tag 13 Kan

Zum ersten Mal, dass die Maori Pyramiden sehen

Und Affen!

Falken haben wir auch gesehen, aber die gibt es in NZL auch – ein wichtiges Krafttier für die Maori

Letzte Station unserer Reise am schwarzen Strand des Pazifik

dort haben wir unseren rituellen Reigen mit einem Abschieds- und Dankbarkeitsritual abgeschlossen. Gracias-Kia Ora!