Archiv für den Monat: Oktober 2008

Zweiter Tag der Tour: Vulkane, Seen und Flamingos

Der 2te Tag war nicht weniger beeindruckend wie der erste. Gleich in aller Frueh ging es los, zuerst noch am Altiplano, dann immer hioeher hinauf in die Pampa. Die Landschaft ist von sehr grosser Weite, uebersaht mit Buescheln des trockenen Andengrases, an dem die Lamas und Vicuñas sich laben, an denen man immer wieder vorbeifaeht. Die Lamas sind recht gross, die Vicúñas eher ziehrlich.

Lamas

Lamas

Vicuñas

Vicuñas

Die Pampa

Die Pampa

Ein letzter Blick auf den Salar

Eine besondere Attraktion fuer die Fotofreaks war die alte Eisenbahnlinie, die von den Englaendern vor langer Zeit gebaut wurde und immer noch im Betrieb ist und kerzengerade durchs Land geht, direkt von den Silberminen ins heutige Chile, wo die Rohstoffe dann verschifft werden. Gut, dass der Zug nur einmal am Tag kommt, so hatten die Amigos ausreichend Zeit fuer alle Fotoschmaehs.

die Bahn

...die Freaks...

…die Freaks…

Man fuhr dann immer weiter in die bizarre, trockene Welt der Wulkane weiter. Diese sind hier nicht aktiv, dafuer aber sehr schoen und bis 6000 Meter hoch. Letztendlich sind da alle Berge vulkanischen Ursprungs.

Schliesslich kommt man zu den hoch gelegenen Salzseen, wo die Flamingos und viele andere Voegel das saukalte Wasser nach Nahrung durchsuchen. Die Flamingos sind traumhaft schoen und sehr scheu. Die Seen sind an sich schon schoen und bieten zusammen mit der Umgebung unter der intensiven Sonne ein beeindruckendes Farbenspiel…das Wasser, die Flamingos, das weisse Borax-Mineral am Ufer der Seen, das Andengras, die Abhaenge der Vulkane,…Sehr lange kann man sich aber nie aufhalten, weil der Wind gnadenlos kalt ist. Ausserdem gilt es in den 3 Tagen 900 km zurueckzulegen. Unser Fahrer und Fuehrer hatte es schwer uns von den ersten Plaetzen loszureissen, weil wir so beeindruckt waren. Aber er hat nicht zuviel versprochen, als er sagte, dass noch viel mehr und viel schoeneres kommen wird. Mit der Zeit gewoehnt man sich auch an das staendige Wechselspiel der Eindruecke, auch wenn man es kaum fassen kann.

Salzsee

Salzsee

Los Flamencos

Los Flamencos

Zwischendurch kommt man immerwieder an Felsformationen vorbei, die ganz unvermutet in der Oednis auftauchen, und von Wind und Sand zu bizarrsten Formen geschliffen wurden. Ein gefundenes Fressen fuer Fotofreunde, und fuer mich auch ein Eintauchen in eine Welt von ganz eigener Optik und Energie.

Fun

Fun

Gesichter

Gestalt

Gesichter

Gesichter

Chinchilla

Chinchilla-Kerlchen

Der Schluss- und Hoehepunkt des zweiten Tages war die Laguna Colorada, ein ganz besonderer See…Von der Weite sieht man nur einen Vulkan, weisses Borax und viel Rot, das man als roten Sand einordnet. Kommt man naeher, offenbart sich aber das Besondere. Das Rot ist naemlich das Wasser, das seine Farbe durch besondere Mineralien und Algen erhaelt. Zuerst traut man seinen Augen kaum, was man hier zu sehen bekommt. Der See ist relativ gross und sehr seicht, von heissen Quellen gespeist. Im See sind tausende von Flamingos am Fressen. Das rote Wasser, die Flamingos und die Umgebung mit den Vulkanen bieten ein beinahe surreales Bild.

Laguna Colorada

Laguna Colorada

Flamencos

Flamencos

Am Ufer des Sees direkt an einer heissen Quelle sitzend und mit dem Geschrei der vielen Flamingos im Ohr habe ich noch 2 Stunden lang bis zum Sonnenuntergang die Eindruecke aufgenommen und in mir abgespeichert, nachdem der Akku der Kamera schon leer war. An einem Ort wie diesem wird einem die wunderbare Schoenheit und Vielfalt der Schoepfung bewusst, unglaublich, traumhaft!! Muede, dankbar und zyfrieden bin ich in der hereinbrechenden Nacht und Saukaelte Richtung Quartier spaziert und gleich nach dem Essen schlafen gegangen. Was fuer ein Tag!!!

Erster Tag der Tour: Salar de Uyuni

er Salar ist die Salzwueste, die direkt vor der Stadt anfaengt und ca. 12000 km2 gross ist, groesser als Kaernten also.

Meine asiatischen Freunde sind aufgrund von Schlafmangel und durch das eifrige Autosuchen und Verhandeln hervorgerufene, vollkommene Erschoepfung sofort eingepennt, als wir noch nicht mal aus der Stadt draussen waren. Der Fahrer hat mich spasshalber gefragt, ob wir nicht zurueckfahren, uns das Geld teilen und den Typen erzaehlen sollen, dass sie die 3taegige Tour leider verschlafen haben.

Am Salar angekommen, sind aber die Augen bei uns allen ganz gross geworden. Man faehrt in eine brettelebene, weiss-strahlende, riesige, von Salzkristallen glitzernde Flaeche ein, die soweit reicht wie das Auge. Die Salzschicht bildete sich ueber zig Jahrtausende durch die Verdunstung des Wassers, das hier keine Abflussmoeglichkeit hat und ca 3 Monate im Jahr als duenne Schicht auf dem Salz liegt. Das Salz ist bis 8 Meter dick, somit ist hier das groesste Salzlager der Erde. Es wird auch viel abgebaut. Die Oberflaeche ist nicht eben, sondern bricht durch die Trocknung in sechseckige Flaechen, was ziemlich bizarr ausschaut. Die Sonne blendet, dass man es ohne Brillen kaum aushaelt. Mit dem Jeep kann man dahinblaettern was das Zeug haltet und unser Coca-Blaetter-kauender Fahrer hat uns gleich mal gezeigt, dass in einem Lexus mehr drinsteckt als in den ueblichen Toyotas. Das hat den Amigos aus Vietnam dann wieder weniger gefallen…

Los Hexagones

Los Hexagones

Judith, Don Sebastian, Ich (von links nach rechts ;-))

Judith, Don Sebastian, Ich (von links nach rechts ;-))

Unser Lexx

Unser Lexx

Das Salz

Das Salz

Im Salzsee gibt es auch Inseln, die ganz eigene Oekosysteme darstellen…sehr faszinierend, was sich dort fuer ein Bild zeigt. Mit Kakteen uebersaet, die bis 10 m hoch und ueber 1000 Jahre alt sind, umgeben von einem weissen Meer. Auf eine Insel konnten wir raufsteigen, die Kollegen waren zu muede und die Luft zu duenn, also bin ich allein hinauf. Oben hab ich eine Stunde in der Ruhe verbracht und die Klarheit dieses wunderbaren Ortes genossen.

  • Insel
  • Insel
  • I-Man

    I-Man

    Nachdem wir aus der Feldkueche gut verpflegt worden sind, waren auch meine Freunde fuer Bewegung gestaerkt und haben gleich ein paar Memorycards verschossen…Es blieb genug Zeit, das jeder diese Traumwelt auf seine Art ausgiebig geniessen konnte.

    Am Abend sind wir in ein Quartier am Rande des Salars gefahren, wie da ueblich ganz aus Salzwuerfeln und Kaktusholz gebaut. Hundemuede und zufrieden sind wir bald eingeschlafen, voll beeindruckt.

    Mit dem Nachtbus nach Uyuni und gleich weiter

    Die Nachtbusfahrt von LaPaz nach Uyuni ging ueber 11 Stunden und ca. 600 km. Im Bus hatte es ca. 5 bis 10 Grad, weil nicht geheizt wird. Ich hab gottseidank damit gerechnet und mich ordentlich geruestet fuer den Fall, dass es so kalt wird. Also hab ich mich in meine Fleeceschichten gewandet und noch den Schlafsack daruebergelegt.

    Den 4 Vietnamesen, die ich am Busbahnhof kennengekernt habe, ist es da schon ganz anders gegangen. Waehrend ich fein geschlafen hab, haben die sich fast den Tod geholt…aber der Mensch haltet viel aus. So auch ich, denn ungefaehr bei halber Strecke ist die Strasse zur Ruettelpiste geworden und ich wurde bis zur Schmerzgrenze durchgeschuettelt.

    In der Frueh um 8 sinbd wir in Uyuni angekommen, einer kleinen Stadt mitten im unwirtlichen Altiplano, der riesigen Hochebene auf 3500 bis 4000 m Hoehe, die vom Titicacasee bis weit nach Sueden reicht, von 2 grossen Gebirgsketten eingesaeumt wird und ca 2 mal so gross wie Oesterreich ist. Der Wind peitscht hier gnadenlos ueber das trockene Land.

    Eigentlich waere hier ja keine Stadt zu vermuten. Es ist eine sehr arme Gegend, ausser Qinoa wir hier nichts angebaut und es rennen ein paar Lamas herum. Frueher gab es in der weiteren Umgebung viel Bergbau, doch heute ist der Tourismus wichtiger fuer die Stadt. So hab auch ich den weiten beschwerlichen Weg auf mich genommen , um von hier aus eine Tour in die Umgebung zu machen, wo vor allem der Salar de Uyuni lockt, die groesste Salzwueste der Welt, und weiters ein Naturschutzgebiet suedlich davon, das mit einer beeindruckenden Landschaft und vielen Seen aufwartet.

    Da die Vietnamesen ganz cool waren, hab ich mich mit denen zusammengetan und einen Jeep mit Fahrer und Koechin fuer 3 Tage gecheckt. Das sind hier so die Standardtouren, die zu den absoluten Highlights eines Trips in diese Weltgegend gehoeren. Schon 2 Stunden nach der Ankunft am Busbahnhof ging diue Fahrt los. Dass die Vietnamesen absolute Fotofreaks sind, ist nicht zu verbergen. Jeder von den 3 Burschen traegt ca. 15 Kilo Fotoequipment im Wert von ca. ebensovielen Dollars durch die Gegend. Sie haben jedoch hier und in vielen anderen Gegenden den Vorteil, dass die Leute vom Fernsehen her glauben, dass Schlitzaugen auch Kung-Fu-Meisterschaft mit sich bringen…Neben der Fotoausruestung haben die Burschen noch eine kleine verwoehnte Goere mit im Handgepaeck, die eine wesentlich hoehere Belastung darstellt. Es sollte mir bis zum Ende unseres 3taegigen Zusammenseins unverstaendlich bleiben, warum sie sich nicht auf die Fotoausruestung beschraenkt haben, da keiner von den Burschen wirklich etwas mit ihr anfangen kann. Naja…

    Die Auswahl unseres Fahrers haben die Vietnamesen getroffen, die hinsichtlich des Fahrzeuges sehr anspruchsvoll waren und ca 10 Touranbieter abgeklappert haben, bis endlich ein Wagen vorfuhr, wo vorne nicht wie ueblich Toyota, sondern Lexus draufgestanden ist. Der Fahrer war der Don Sebastian, Die Koechin seine Frau und ich der Uebersetzer fuer die anderen, die kein Spanisch, dafuer aber gut Englisch koennen.  Ausserdem hat uns die kleine Tochter der beiden begleitet, damit der Wagen auch ordentlich voll war. Die war aber sehr lieb. Vollgepackt mit Fotoausruestung und Futter ging die Fahrt los, und das nach ca. 24 Stunden Busfahrt fuer mich. Neben unserem Fahrzeug sind mehr oder weniger zeitgleich ca 7 andere Jeeps zur Tour aufgebrochen.

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