Die Tempel von Luxor und Karnak

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Luxor ist malerisch am Ostufer des Nils gelegen und wohl die Touristenhochburg von ganz Aegypten. Die hier in der Umgebung vorgefundene Dichte an Topattraktionen koennte hoeher nicht sein. Der normale Tourist geht hier mit seinem Kreuzfahrtsschiff vor Anker und faehrt dann im Schnelldurchgang alles ab, von den Tempeln bis zum Tal der Koenige mit den beruehmten Pharaonengraebern.

Wir haben hier in Luxor fast eine Woche eingeplant, genug Zeit fuer alles und auch zum entspannen. Wir sind in einem kleinen Hotel in einem vollkommen untouristischen Teil von Luxor abgestiegen. Der Stadtteil ist super, weil sich hier die Einheimischen geschaeftig tummeln und einen nicht bloed anquatschen wie auf der Tourimeile unten am Nil, sondern nur nett und ohne Geschaeftsabsicht, so wie man es gerne hat. Ausserdem gibt es ein legendaer gutes Essen zum legendaer guten Preis. Wenn wir hier zu lange bleiben und so weiterfuttern, werden wir bald aussehen wie die Aegypter…

Die Kehrseite der Medaille ist die fehlende Entspannungsmoeglichkeit im Hotel. Ok, die Dachterrasse und das Fruehstueck sind super, aber das Zimmer ist dermassen laut, weil der Hall in der engen Gasse den ganzen Strassenlaerm direkt bei unserem Fenster hereinleitet. Das heisst, dass man in der Frueh vom Gasverkaeufer geweckt wird, der mit seinem Fuhrwerk durch die Gassen jeder aegyptischen Stadt reitet und dabei mit einem riesigen Schraubenschluessel auf die Gasflaschen klopft, dass es einem auf 100 meter Entfernung schon fast das Trommelfell zerreisst und die potentiellen Kunden aufmerksam werden. Zweiteres ist vermutlich der Zweck des Laermes. Was der Gasverkaeufer nicht geschafft hat, erledigt dann der Muezzin oder die Putzfrauen im Stiegenhaus, die schon um 700 Uhr anfangen, ihre Besen lauthals gegen die Waende zu schwingen, begleitet von schallendem Getratsche und Gelaechter. Gegen laute Putzfrauen bin ich seit meiner Zeit im Studentenheim sowieso hoechst allergisch, ueberhaupt wenn ich im Hotel bin und dafuer zahle. Also musste ich schon am ersten Morgen zur Ruhe mahnen, was ganz gut gewirkt hat. Gegen den Laerm von draussen ist man aber machtlos, die Kinder spielen bis spaet in die Nacht Fussball, der Zeitungsverkaeufer bruellt sich die Seele aus dem Leib, dann kommen wieder Muezzin und Gasverkaeufer. Ein Fall fuer die Oropax also…der Nane pennt uebrigens so auch gut. Erstaunlich ist ja, dass “der Aegypter” gegen Laerm ueberhaupt nicht empfindlich ist, ja er scheint ihn sogar zu lieben. Waehrend ich diese Zeilen schreibe, kommt aus den Minilautsprechern des Internetladens ein furchtbarer Krach, der wohl irgendwann einmal als Musik aufgenommen wurde. Dazu schreien die Computerspielenden Kinder, die wohl schon taub von der grausamen Musik sind, lauthals herum, dass man es kaum aushaelt. Hier stoert der Wirbel niemanden, meine Laermempfindlichkeit nimmt aber mit jedem Tag zu und gottlob habe ich meinen mp3-Player, der den Laermenden immer wieder mit schoener Musik das Leben rettet.

Zusaetzlich zum Laerm hat mich in den letzten Tagen noch eine fuer ca. 24 Stunden andauernde Schluckaufattacke heimgesucht, von der ich heute noch Muskelkater im Zwerchfell habe. Abgesehen davon, und davon dass unser Zimmer kalt wie die Grabkammer von Tut-Enkh-Amun ist, fuehlen wir uns in Luxor sehr wohl. Die Menschen sind freundlich, es gibt viel zu sehen und das Essen schmeckt (Prioritaet in dieer Reihenfolge).

Luxor liegt direkt am Nil und frueher, als Luxor noch Theben hiess, war hier viele Jahrhunderte lang das Zentrum des weltlichen und spirituellen Aegyptens. Hauptattraktion des Ortes selber ist der Tempel, welcher mitten in der Stadt ist. Besonders am Abend lohnt sich ein Besuch, wenn die grosse Saeulenhalle und die schoenen Reliefs und Statuen eindrucksvoll beleuchtet sind. Mehr als die optischen Eindruecke ist mir von dem Tempelbesuch, welcher ja auch schon wieder 2 Tage zurueckliegt, nicht in Erinnerung. Wir sind jetzt auch schon an einem Punkt angelangt, wo man nicht mehr soviel Theorie und auch von den Eindruecken nur noch das Beste aufnehmen kann. Akuter Tempel-Overkill!! Dennoch ist man immer wieder aufs hoechste fasziniert, wenn man durch die heiligen Hallen wandelt. Wer an Theorie interessiert ist, gehe auf www.wikipedia.org oder auch auf www.reisekreise.at , wo sich (Halb-)Wissen und Schmaeh geradezu genial vereinen.

Gestern waren wir beim Tempel von Karnak, dem wichtigsten Tempelheiligtum der alten Aegypter, welches 3 km ausserhalb von Luxors Stadtzentrum liegt. Der Amuntempel gilt als das groesste jemals gebaute Tempelbauwerk der Welt und ist wahrlich grandios. Besonders beeindruckten mich die Obelisken und die gewaltige Saeulenhalle. Viel mehr schreib ich dann gar nicht dazu, dafuer gibts ein paar Fotos. Mittlerweile ist man ja wie gesagt tempelmaessig schon ein wenig gesaettigt, und so nimmt man sich auch zwischen den Monumenten ganz gemuetlich die Zeit zum Leutebeobachten, was auch eine angenehme Abwechslung ist. Das anfangs nach der Ankunft in Aegypten geschockte Auge hat sich an die Touris mittlerweile auch schon gewoehnt, und manchmal sind sogar ein paar ganz ansehnliche Botschafter bzw. -innen aus der europaeischen Heimat dabei. Und die Einheimischen wissen es zu schaetzen, wenn einmal ein Auslaender nicht gestresst herumrennt und ein wenig Zeit zum Quatschen hat oder fuer ein Handykamera-Foto mit ihnen posiert.  

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Blick von Luxor uber den Nil auf die Westbank, wo auch das Tal der Koenige ist

Blick von Luxor uber den Nil auf die Westbank, wo auch das Tal der Koenige ist

in den Strassen unseres Viertels

in den Strassen unseres Viertels

unsere Essensdealer

unsere Essensdealer

unser Saftdealer mit seiner Zuckerrohrpresse

unser Saftdealer mit seiner Zuckerrohrpresse

und noch ein Habibi aus der Nachbarschaft

und noch ein Habibi aus der Nachbarschaft

Luxortempel tagsueber

Luxortempel tagsueber

Obelisk und der Ramses

Obelisk und der Ramses

immer wieder Ramses

immer wieder Ramses

Saeulenhalle

Saeulenhalle

beleuchtet

beleuchtet

Frontansicht am Abend

Frontansicht am Abend

Allee von Sphinxen mit Widderkoepfen in Karnak

Allee von Sphinxen mit Widderkoepfen in Karnak

in der gigantischen Saeulenhalle, Menschen sehen wie Zwerge aus

in der gigantischen Saeulenhalle, Menschen sehen fast wie Zwerge aus

und manche Zwerge sehen fast wie Menschen aus

und manche Zwerge sehen fast wie Menschen aus

Obelisken

Obelisken

ein Skarabaeus, holy Mistkaefer

ein Skarabaeus, holy Mistkaefer

Steinmetzkunst

Steinmetzkunst

Ein Gedanke zu „Die Tempel von Luxor und Karnak

  1. ev

    (halb)wissen auf reisekreise.net, i glab i tram. diese anschuldigungen müssen wir (ussi + evzi) aufs schärfste zurückweisen. nanito ist ein wandelnder reiseführer inklusive lexikonfunktion!!!!! ollas kloa unta die hoa???

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