Von Petra nach Jerusalem

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Von Petra sind wir am 8.3. mit dem Bus nach Amman, der jordanischen Hauptstadt gefahren. Von dort ist es nur 40 Minuten bis zur israelischen Grenze, den Weg haben wir mit dem Taxi zurückgelegt, da der öffentliche Verkehr auf dieser Strecke so wie die nachbarschaftliche Liebe zwischen den Ländern nicht gerade reibungslos fließt.

Zuerst kommt man zum jordanischen Grenzposten, dannach geht es mit einem Bus der Regirung durch das Niemandsland und über die King Hussein Brücke, die über den Jordan führt. Diesen darf man sich aber nicht mehr als Fluß vorstellen, der er noch zu Zeiten Johannes des Täufers war. Das ganze Wasser wird schon stromaufwärts für Bewässerung etc. abgezapft, vertragsgemäß aber vor allem von den Israelis, und vom Jordan bleibt nur ein kleines Rinnsal übrig. Am israelischen Posten wird man dann erstmalig von der kollektiven Paranoia beeindruckt, die hier im Hochsicherheitsstaat Israel herrscht. Die Angst vor dem Terror und der ständige “Ernstfall” hat zum Aufbau einer riesigen Sicherheitsmachinerie geführt. Wenn man aus dem Bus aussteigt, darf man sich nicht rühren, das Gepäck wird einem abgenommen und gleich mal in den Röntgenappparat gesteckt. Überall stehen Jugendliche Soldaten und -Innen mit riesigen Knarren herum, die man als Österreicher höchstens von den Panzerknackern im Donald Duck Heft kennt. Gottseidank. Nach einigen Sicherheitskontrollen kommt man dann zur eigentlichen Einreise. Da der Staat Israel im nahen Osten nur von Jordanien und Ägypten anerkannt wird, muß man als Reisender versuchen, keinen Einreisestempel der Israeli in den Pass zu bekommen, da man mit diesem nicht mehr in arabische Länder wie z.B. Syrien einreisen darf. Die Israelis wissen das und haben eine Möglichkeit vorgesehen, den Stempel auf ein Extrablatt zu drücken, jedoch tun sie das nur, nachdem sie einem ausgiebig interviewt haben um zu erfragen, warum man überhaupt nach Syrien reisen will. Also haben wir einem wohl gerade 18jährigen Mädchen erklärt, was wir da tun etc, bis irgendwann der Stempel am Blattl und nicht am Pass war. Dann noch zur Gepäckskontrolle. Dort werden vor allem die Jordanier, die ihre Angehörigen in der von Israel besetzten Westbank besuchen, ordentlich gefilzt.

Nach 2 Stunden waren wir durch und sind mit dem Sammeltaxi nach Jerusalem gefahren. Ein kurzer Weg mit unzähligen Checkpoints, wo wieder die pickeligen Jungsoldaten mit voller Hose nach dem Ausweis fragen und unter dem Gewicht ihrer riesigen Knarren fast zusammenbrechen. Irgendwann kommt man nach Jerusalem. Da sind wir im arabisch-moslemischen Viertel gelandet, wo das Strassenleben gleich ist wie in den anderen arabischen Städten, die wir zuvor sahen. Juden trifft man hier anscheinend eher nicht, auch nicht im “arabischen” Bus, mit dem wir gefahren sind. Ich war ja noch mit Krücken unterwegs und die Reise dieses Tages war sehr sehr beschwerlich, so wie mein 25 kg schwerer Rucksack. Also war ich froh, dass wir angekommen sind. Unser Quartier lag innerhalb der alten Stadtmauern, also rein beim Damaskus-Tor! Trotz meines eher bescheidenen und wenig heldenhaften Einmarsches auf Krücken, ich war voll verschwitzt sowie vom Gedränge der vielen Menschen schwer überfordert, war es ein erhebender und bewegender Moment, durch die dicken alten Mauern in den historischen Kern einzutreten. Unser Quartier lag auf der Via Dolorosa, der berühmten Straße, auf der Jesus sein Kreuz hinauf zum Golgatha getragen hatte. Ich war erstmal froh, dass wir endlich in Jerusalem und die Strapazen der Reise mit meinem hinigen Haxen überstanden waren.

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erster Blick auf die Stadtmauern

erster Blick auf die Stadtmauern

Damaskustor

Damaskustor

meiner einer

meiner einer

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