Ein paradiesisches Refugium

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Mit dem Pickup ging es also weiter bergwärts, genau gesagt nach Monte Mercedes, einer kleinen Ortschaft am Weg Richtung Concepcion, einer anderen kleinen Ortschaft.

Mitten zwischen den Indianerdörfern liegt hier an einem der spektakulärsten Plätze Guatemalas das Zentrum To Om Ra, in dem ich zuletzt für zwei Wochen mit der Gruppe war – siehe dazu Artikel weiter unten. Seit einiger Zeit steht Leuten wie mir, die schon einmal mit einer Gruppe hier waren und mit dem Ort entsprechend vertraut und verbunden sind, die Möglichkeit offen, diesen Ort auch alleine als Refugium zu nutzen. Der Platz ist über viele Jahre nur vier Mal im Jahr für die Gruppen aus Europa geöffnet worden und war ansonsten in der Ruhe. Für Touristen und andere Leute bleiben die Tore hier verschlossen, damit der Platz in seiner Schönheit und Reinheit für seinen eigentlichen Zweck erhalten bleibt. Während Norberts Abwesenheit wird das Grundstück und die Gebäude von Carmen, einer Indianerin, und ihrer Familie gehütet und erhalten.

Um nach den intensiven und auch anstrengenden drei Wochen der Seminarsgruppe ein wenig herunterzukommen und zu reflektieren, habe ich mich für eine Woche hierher ins Zentrum zurückgezogen. Ich bin hier alleine, bewohne mein eigenes Haus, die „Casa Xaman“, und genieße es, jede Menge Zeit zu haben, um das große Grundstück mit all seinen magischen Plätzen, den verschiedenen Räumlichkeiten und der traumhaften Aussicht zu erleben.

Ich denke viel nach, schreibe und lese, meditiere, ritualisiere und lerne Spanisch. Bei letzterem hilft mir der Dorfschullehrer von um die Ecke, Don Salvador. Er ist jeden Vormittag für drei Stunden hier und übt mit mir Espanol. An manchen Tagen ist er der einzige Mensch, mit dem ich Kontakt habe, ansonsten genieße ich die Ruhe und den Frieden hier oben.

Wenn ich in der Früh aufstehe, geh ich als erstes hinaus und gebe mir die Aussicht auf den Lago Atitlan und die vier, dahinter liegenden Vulkane. Tagsüber wird es richtig schön warm, die Sonne ist sehr kräftig. Die Tage vergehen hier trotz aller Ruhe und Beschaulichkeit recht schnell. Am Nachmittag kommen die Nebel daher und es wird ein bisschen kühler und die Dämmerung dauert nicht lange. In der Nacht bläst meistens ein recht starker Wind und rundherum kläffen die Hunde. Zwei Hunde rennen auch hier am Grundstück herum und verteidigen ihr Territorium. Die sind normalerweise, wenn viele Leute hier sind, recht schüchtern, doch mittlerweile kennen sie mich und kommen schon dauernd zum gestreichelt werden daher. Das ganze Grundstück ist wie ein kleines Paradies. Es stehen hier uralte Bäume, überall blüht es in allen Farben, es gibt einen kleinen Teich, Kolibris und viele andere Vögel kann man hier beobachten. Das Zentrum steht auf einem alten Einweihungsplatz der Maya, es ist ein einziger großer Kraftplatz mit vielen Facetten.

Zudem bin ich seit über einem Jahr zum ersten Mal wieder an einem Ort, wo ich wirklich das Gefühl des Wohnens habe. Und was für ein Ort, man könnte sich wirklich daran gewöhnen! Das Essen koche ich mir selber mit viel Muße und wohlschmeckendem Gemüse vom Markt. Hier ist man soweit fernab des normalen Trubels, es ist einfach nur traumhaft. Die Zeit bekommt eine ganz andere Qualität.

In den Tagen, die ich hier verbringe, spüre ich soviel Freude und Dankbarkeit für das große Geschenk, hier sein zu dürfen. Und der Platz dankt es mir auf seine Weise, indem ich hier viel Inspiration bekomme. Jedem, der den Wunsch und die Möglichkeit hat, hierher zu kommen, kann ich das nur empfehlen. Und ich danke Dir, Norbert, dass du diesen Platz, den du so liebst, für mich und andere geöffnet hast. Muchas Gracias!

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der höchste Punkt des Platzes

der höchste Punkt des Platzes

Casa Xaman

Casa Xaman

Quanil

Quanil

Besuch beim Kindergarten ums Eck

Besuch beim Kindergarten ums Eck

und beim Haarschneider war ich auch gleich

und beim Haarschneider war ich auch gleich

Ein Gedanke zu „Ein paradiesisches Refugium

  1. hartmutali

    lieber joerg,danke ,deine berichte sind sehr wertvoll,
    spotted eagle, sohn von rolling thunder?
    christine muigg, jetzt grad in austria?
    ich würde gern am 08.08. zum atitlan fliegen,da ich noch kein ser puente bin ,steht mir die casa xaman
    nach den regeln wohlnicht offen. vielleicht wohne ich dann bei leuten in monte mercedes?
    freue mich schon auf maya!!
    hättest du nicht mal lust auf brasil, fehlt vielleicht in deiner sammlung, ciao,hartmutali

    Antworten

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