„Zur Morgenstund´ war´s noch im Mund“ oder: „Von Guatemala nach Chiapas“

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Nachdem es so aussieht, als ob ich noch bis zumindest Ende Jänner in Guatemala und Honduras bleiben werde, hat sich für mich die Notwendigkeit ergeben, dass ich für ein paar Tage nach Mexiko ausreise, da sonst mein 90 Tage-Visum für die so genannte CA4-Zone (Zollunion Guatemala, Honduras, Nicaragua, El Salvador) zu einem Zeitpunkt auslaufen würde, wo die Gelegenheit zum Ausreisen nicht so gut sein wird wie jetzt. Viele Ausländer, die in Guatemala keine Aufenthaltsgenehmigung haben und trotzdem nicht heim wollen, machen das seit Jahren so…Ich sehe das Ganze positiv, schließlich hab ich im benachbarten mexikanischen Bundesstaat Chiapas noch einiges nicht gesehen und außerdem gibt es da ein paar wunderbare Mayastätten, die ich zwar schon kenne aber gerne wieder besuche.

Gerhard wäre gerne mitgekommen, aber aufgrund einer Schlamperei der österreichischen Vertretung in Guatemala hat sich die Ausstellung seines Passes verzögert und er muss bis auf weiteres in Guatemala bleiben. Also hab ich mich am Dienstag in aller Früh alleine auf den Weg gemacht. Ziel war es, bis zum Abend die bei Reisenden beliebte Stadt San Cristobal de las Casas zu erreichen.

Zuerst ging es ein paar Stunden durchs dicht besiedelte, guatemaltekische Hochland bis zur Grenze. Dort hieß es erstmal ein paar Stunden warten, weil es irgendeine Blockade gab. Weiter ging es mit einem Collectivo (Sammeltaxi) zur ersten größeren Stadt Chamik. Von dort dann weiter nach San Cristobal, wo wir am Abend dann doch einigermaßen planmäßig ankamen. „Wir“, das waren in dem Fall Ich und Anneke, eine sehr nette, Maya-interessierte Deutsche, mit der ich die Fahrt letztendlich gemeinsam bestritten habe.

La Frontera

La Frontera

Einen Wermutstropfen gab es trotz allem. Schon seltsam: beim Warten auf der Grenze hatte mich noch so ein Typ, der zwischen den vielen Geldwechslern herumrannte, gefragt, ob ich denn kein Gold zu verkaufen hätte…Keine halbe Stunde später, im Bus und schon jenseits der Grenze, hat sich eine meiner einst teuer und unter großen Schmerzen angeeigneten (und deshalb kostbaren) Goldfüllungen entschieden, dass sie die langjährige aber anscheinend langweilig gewordene Beziehung mit dem Rest meines Zahnes zugunsten eines kurzen Abenteuers mit einem eh schon geschmacklos gewordenen Kaugummi aufgibt. Sch#%$§e!

das Nugget

das Nugget

Dass sich die hart erkämpfte Version 2.5 meines Gebisses aufzulösen beginnt, ist neben einer unvorbereiteten Mathe-Matura einer von wenigen Alpträumen, die mich regelmäßig heimsuchen. Ich hatte mir immer gedacht, dass wenn mich so was auf einer Reise treffen würde, das ein Grund zum Heimflug wäre. Meine fatalistischen Persönlichkeitsanteile haben sich schon mal in den restlichen Busstunden mit diesem Gedanken auseinandergesetzt – Weihnachten und Silvester daheim, liebe Menschen, frische Hauswürschtln, Schifahren, etc- eh nicht so schlecht!… Anneke ist mir dabei mit viel Humor zur Seite gestanden, und als ich später beim köstlichen Abendessen feststellte, dass auch meine linke Kieferhälfte in der Lage ist, Lebensmittel zu Mahlgut zu verarbeiten, war die Stimmung schon etwas besser. Nachdem ich ein paar Notfallmails verschickt hatte, bin ich schlafen gegangen, und am nächsten Morgen hab ich mit meiner sehr geschätzten Zahnärztin telefoniert und von ihr eine klare Entwarnung bekommen. Den Zahn können wir auch im Februar herrichten, bis dahin soll mir ein mexikanischer Quacksalber ein Provisorium reinpicken…so wird´s gemacht, Österreich sieht mich ein anderes mal wieder! Jetzt bin ich mal hier…

Also doch

Also doch "Feliz Navidad" statt "Frohe Weihnachten"

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3 Gedanken zu „„Zur Morgenstund´ war´s noch im Mund“ oder: „Von Guatemala nach Chiapas“

  1. Stefan

    Hola Hermano,

    ja, was soll man da sagen? Da wünsche ich Dir einfach, das sich das mit dem Zahn richten lässt, auf dass wir uns in 4 Wochen sehen.

    Mach´s gut und bis bald.
    Stefan

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