Eine kleine Dosis Wien

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Helmut Qualtinger hat gemeint, das Problem eines jeden Wieners sei, dass er es in Wien nicht mehr aushalten kann, aber woanders auch nicht.

Wie gut also einmal mehr, dass ich kein Wiener bin! Das beste daran ist sicher, dass ich es woanders gut aushalten kann, aber auch, dass ich auch immer wieder gerne in Wien bin. Immerhin hab ich lang genug hier gelebt und ergo gibt es einiges, was ich mögen gelernt habe.

Dennoch versteh ich den Sager vom Qualtinger gut. Die Dosis, die man sich von der morbiden Wiener Energie verabreicht, muss wohl überlegt sein – besonders zur kalten Jahreszeit, die ja de facto schon angefangen hat. Ich habe beschlossen, dass mir zwei Monate gerade gut tun könnten. Eigentlich wollte ich ja schon vor einer Woche wieder wegfliegen, aber es war plötzlich klar, dass ich mal bleiben sollte. Gut, dass ich nicht nur die Freiheit zu verreisen, sondern auch die Freiheit, hier zu bleiben, habe.

Hier kann ich nicht nur meine Freunde treffen und mir ans Herz gewachsene Plätze besuchen, sondern auch zwischendurch etwas Geld verdienen. Die Tür zu meinem alten Büro stand offen für mich – immer wieder eine gute Gelegenheit. Der geregelte Tagesablauf und geringere Aktionsradius bringen eine gewisse Erdung und Ruhe, die einem auf Reisen auch mal abhanden kommen können. Fad wird einem in Wien trotzdem nie. Hier kommt vor allem im Zwischenmenschlichen zwangsläufig in die Erprobung, was ich mir so an Weisheiten woanders ansammle. Vieles integriert sich und es starten hier auch immer intensive Transformationsprozesse – eine wertvolle Qualität dieser Stadt, so wie ich sie kenne.

Im Dezember geht es dann wieder ins geliebte Guatemala – Feuer und Wärme tanken. Inzwischen heißt es hier auf das innere Feuer gut aufpassen, damit es nicht ausgeht.

4 Gedanken zu „Eine kleine Dosis Wien

  1. T. Gitti

    Hallo Jörgl! Ich möchte Dir ganz liebe Grüße senden, alles Gute für Deine Aufgabe wünschen, und ich hoffe, bald wieder im “blog” mitleben zu dürfen. Wunderschöne, interessante Zeit! Deine T.Gitti

    Antworten
  2. Andreas Magler

    Wenn diese Reisen nur halb so toll sind wie sie deine Kommentare und Fotos transportieren , bist du wirklich um eine jede solche zum beneiden .
    MfG Andy

    Antworten

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