Abschied von den Solomons

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Auf den Solomons war dann letztendlich wieder alles erledigt und ich bin zufrieden abgeflogen. Die Inseln sind wirklich ein sehr schöner Teil dieser Erde. Die Menschen sind sehr freundlich. Das Land ist zwar arm aber nicht überbevölkert, das Klima ist sehr günstig es gibt genug zu essen und kein großes Elend, wie man es zum Beispiel aus Afrika kennt.

Ich könnte mir ohne weiteres vorstellen, ein paar Jährchen dort zu leben, vorausgesetzt es gäbe eine sinnvolle Aufgabe dort, die einen in Schwung hält und vor allem das Hirn nicht einrosten lässt. Nur herumzuhängen, wie es viele der Einheimischen machen, da es an Beschäftigung fehlt und das Sippensystem sowieso irgendwie für die Grundversorgung da ist, das würde wohl zwangsläufig in die Versandelung führen und es wäre auch auf Dauer viel zu langweilig. So nett die Leute auch sind und soviel Aufmerksamkeit man als Ausländer bekommt. Manche ausgestiegene Ausländer scheinen das zu genießen, aber mich würde es bestimmt irgendwann nerven, dass man von vielen oberflächlich aufgrund seiner Herkunft und ein paar Geschichten, die man zu erzählen hat, als etwas Besonderes gesehen wird. Und umgekehrt ist der geistige Input in den Gesprächen ja leider auch nicht gerade überwältigend. Das ist in vielen Ländern dieser Erde ein Problem, wo der Zugang zu Bildung nur wenigen vorbehalten ist und die Menschen von ihrem kulturellen Erbe und ihrer wahren Identität auch nicht mehr viel Greifbares zu berichten wissen. Das kann auf Dauer dann schon ein wenig fad werden, und im Grunde dürften die Einheimischen die geistige Leere genauso bewusst oder unbewusst wahrnehmen, wenn ich mir anschaue, wie sie sich massenweise in den Alkohol oder das religiöse Eifern flüchten. Beides keine ansprechenden Lebensinhalte für mich (ohne da etwas bewerten zu wollen). Ich hatte mit Delia zum Glück einen Wontok (kommt von „One Talk“, das heißt in der gemeinsamen Sprache aller Insulaner soviel wie „gleichsprachig“ oder in deren Fall eher „von der selben Insel oder Stammeszugehörigkeit“) und wir hatten auch bis zu meiner Abreise immer genug Interessantes zu besprechen und die Zeit zum guten Austausch genutzt. Letztendlich kommt man aber doch immer irgendwann an den spürbaren Punkt, wo für einen persönlich alles erledigt und „rund“ ist und die Reise weitergehen kann.

Für mich hieß das zurück in die westliche Welt. Und als jemand, der die innere Beweglichkeit für jegliche Kulissenwechsel schon ausgiebig trainiert hat und überall auf diesem schönen Planeten die verschiedenen, jeweilig guten Seiten genießen kann, habe ich mich auch wieder auf ein paar Annehmlichkeiten (auch der kulinarischen Art =P) gefreut, die es auf den Solomons nicht so gibt. Mit meinem nächsten, sehr interessanten Abschnitt dieser so intensiven Reise bekomme ich noch etwas zu sehen, auf das ich mich so richtig freuen darf. Und damit geht es auch wieder einen großen Schritt näher an die geliebte Heimat, deren Ruf nach einigen Reisemonaten auch langsam hörbar wird.

Ich habe das einfache Leben auf den Solomons, die schöne Natur, die Sonne und die freundlichen Menschen sehr genossen. Ich habe mich sehr sicher und wohl gefühlt und wie schon gesagt: es ließe sich dort schon auch länger aushalten. Meine Abreise von dort war auch der Abschied vom Südpazifik. Aus dieser Weltgegend nehme ich neben vielen neuen Freundschaften vor allem die schönen Erfahrungen der Gemeinschaft, der erweiterten Familie, der Verbundenheit, Offenheit und Gastfreundschaft mit. Eine große Qualität  dort, die auch aus meiner Sicht der Beitrag dieser Weltgegend zu einem globalen Projekt für eine neue, friedlichere Welt sein würde. Wenn Gott will, dann werde ich den Südpazifik bestimmt wieder bereisen, es gibt noch genug zu sehen dort und ein paar Ideen dazu hab ich schon in meinem Hinterkopf. Jetzt bin ich aber einmal ausgiebig beschenkt worden und sehr bereichert und in großer Dankbarkeit abgefahren.

Danke allen Insulanern, die mich so gut behandelt und herzlich aufgenommen haben. Danke für all die intensiven und wertvollen Erfahrungen, die sehr weit über das hinausgehen, was im Blog steht, und die mich auf meinem inneren Weg ein beträchtliches Stück weiter bringen. Und ich danke auch Dir, liebe Delia, für unsere gemeinsame Zeit und gar alles. Ich wünsch Dir noch einen schönen, lichtvollen Aufenthalt auf den Solomons und für Deine weiteren Schritte auf Deiner Reise Gottes Segen, viel Glück, Schutz, Vertrauen, Mut, Kraft und dass Dir alles Gute zufließt, was Du sonst noch brauchst, damit sich der Weg weiter in Fülle und Freude öffnet. Don´t forget your greatness!

Wiederschaun, schöne Südsee! Ich ziehe weiter, so wie diese Wolken...

...hit the road again!!!

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